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Pinneberger Tageblatt

20. September 2017 | 06:08 Uhr

Ein Speicher, der zum Museum wurde

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Elmshorner Industriemuseum in der Catharinenstraße wurde 1988 in einem ehemaligen Betriebsgebäude der Steingutfabrik Pott Carstens eingerichtet

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erstellt am 07.Mai.2016 | 12:22 Uhr

Der Industriestandort Elmshorn mit seinen zahlreichen Gewerben hinterließ eine große Bandbreite an Exponaten, vor allem ehemaliger Unternehmen, sowie zahlreicher Möglichkeiten an Ausstellungen, so dass bereits seit langem der Wunsch bestand, diese unter einem Dach zu vereinen und dem Publikum anzubieten. Zunächst befanden sich einige kleinere Ausstellungsstücke im Konrad-Struve-Museum, das jedoch die zur Verfügung stehende Fülle auf keinen Fall hätte bewältigen können. So war es ein großer Fortschritt, als 1988 die Stadt ein altes Industriegebäude in der Catharinenstraße kaufte, das aufgrund seiner Größe auf mehreren Ebenen hervorragende Möglichkeiten bot.

Ursprünglich um 1895 erbaut von der Steingutfabrik Carstens, um als Speicher für den Großhandel zu dienen, übernahm es bereits 1906 der Musikalienhändler Kröger, ehe in den 30er-Jahren die Margarinefabrik Rostock das Backsteingebäude übernahm. Somit steckt auch bereits ein gutes Stück Unternehmensgeschichte in dem Bau selbst, dem man diese auch ansieht, sodass er als Kulturdenkmal ausgewiesen wurde.

Bereits im Mai 1991 konnte das Industriemuseum seine Tore öffnen, wird also gerade jetzt 25 Jahre alt. Bald eine Viertel Million Gäste haben seitdem die Sammlungen besucht, Tausende Gruppenführungen und Kindergeburtstage fanden statt, und 80 Sonderausstellungen unterschiedlicher Genre faszinierten die Besucher.

Die große Bandbreite, die das Museum bietet, ist gar nicht sogleich auf einen Blick zu erfassen, sodass eine Vertiefung in die unterschiedlichen Themen sinnvoll ist. Bereits im Erdgeschoss betritt man eine große Halle, bestückt mit einer gewaltigen Dampfmaschine der Hefefabrik Asmussen, das Kontor dient als Empfangsort. Man ist umgeben von einem Kaufladen und vielfältigen Maschinen, wie sie früher in manchen Betrieben üblich waren. Die Fabriktreppe führt empor in einen großen Ausstellungsraum; große Schautafeln informieren über die aktuelle Thematik. Drumherum Hochräder und Miniräder aus der Entwicklungszeit des Zweirads, Korn- und Margarineverarbeitung, Ziegelherstellung am Beispiel Roter Lehm, eine Nachkriegsstube und Geschichte der Juden. Vitrinen finden sich nur in kleinem Rahmen, dafür aber handfeste Ausstellungsstücke, deren Betrachtung Interesse weckt und die Fantasie anregt. Frühe Maschinentüftelei und deren Entwicklung zahlreicher Arbeitsvorgänge lassen sich nachvollziehen, was auch in der stattfindenden Museumspädagogik zum Ausdruck kommt.

Das Museum ist jedoch auch ein Ort der Forschung, an dem Materialien, soziale Umwelt und Fortschritt miteinander verglichen werden können. So umfasst die Sammlung 32  000 Gegenstände und Archivmaterialien, und ständig kommt Neues hinzu. Die Wechselausstellungen sind vielfältig, von Schreibtischarbeit über den Elmshorner Hafen zu Barbiepuppen und bemerkenswerten Sammelalben, die den Bilderbeilagen mehrerer Firmen entstammen.


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