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Pinneberger Tageblatt

19. November 2017 | 02:33 Uhr

Ein Spatenstich für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Projekt „LMG-Zukunftswald“: 140 Schüler pflanzen 2100 Bäume / Im Krückautal soll ein Auwald entstehen / Kritik an Landespolitik

Das Ergebnis der vergangenen Jahre ist schon von weitem sichtbar. Bis zu zwölf Meter ragen die 2007 gepflanzten Flatterulmen in den blauen Himmel. In diesem Jahr blühen sie zum ersten Mal. Sie filtern jetzt Schadstoffe und übermäßige Nährstoffe aus dem Wasser und bremsen die Versandung der Krückau. Ein paar hundert Meter weiter werden fleißig Löcher gegraben. Was in einem Areal erfolgreich war, soll weiter fortgeführt werden. 2100 Bäume sind es, die diesmal im Talraum der Krückau in Langeln gepflanzt werden. 140 Schüler der 7. Klassen des Ludwig-Meyn-Gymnasiums (LMG) in Uetersen haben sich dieser Aufgabe angenommen. Sie sind damit Teil des Projekts „LMG-Zukunftswald“. Mit ihrer Hilfe wächst der Auwald jetzt auf mehr als
27 Hektar an.

Überall flattert Absperrband, einige Eltern verteilen belegte Brötchen. Der Boden ist nass. In dem Gebiet sammelt sich Regenwasser. Jede Klasse kümmert sich um ein ausgewiesenes Feld, in dem eine bestimmte Baumart gepflanzt wird. Insgesamt sind es sechs: Erlen, Flatterulmen, Winterlinden, Eschen, Eichen und Hainbuchen. Jule Lüthans (11) und Lisann Biel (12) kümmern sich um
20 Hainbuchen. „Es ist anstrengend, aber es macht auch Spaß“, sagt Jule.

Im Krückautal soll ein Auwald entstehen. „Auwälder sind die artenreichsten Landschaften in Mitteleuropa und besitzen eine große biologische Vielfalt“, sagt Gerd Janssen, Initiator des Projekts. Und so schafft es der ehemalige LMG-Lehrer jedes Jahr wieder, Schüler davon zu überzeugen, den Füller gegen einen Spaten einzutauschen. Und für den Klimaschutz aktiv zu werden. Unterstützt werden die Jung-Gärtner dabei von Jägern aus dem Kreis. „Das ist eine tolle Sache, bei der junge Menschen an die natürlichen Zusammenhänge in unserer Umwelt herangeführt werden“, betont Hans-Albrecht Hewicker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft.

Auch Langelns Bürgermeister Hans-Detlef Fuhlendorf, Jörg Kastrup, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises sowie Heike Döpke, Bürgermeisterin in Barmstedt sind vorbeigekommen und zeigen sich begeistert.

Erste Erfolge haben sich an der Krückau auch schon eingestellt: „Es gibt wieder Bach- und Meerforellen sowie Bachneunaugen. An deckungsreichen Abschnitten fischen der Eisvogel, der heimische Schwarzstorch und der seltene Fischotter“, sagt Janssen. Entlang der Ufer fliege neuerdings auch wieder die lange verschollene Blauflügelprachtlibelle.

Die zwei Hektar große bepflanzte Fläche gehört dem Wasserverband Krückau, der auch für das leibliche Wohl sorgte. Gefördert wird das Vorhaben vom Umweltministerium aus Mitteln für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Diese sieht die Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten vor. Janssen mahnt in diesem Zusammenhang an, dass die Auwaldbildung für einen nachhaltigen Erfolg noch erheblich ausgeweitet werden müsse. „Auch ist es an der Zeit, dass das Land Schleswig-Holstein endlich ein landesweites, auf praktische Umsetzung ausgerichtetes Auenprogramm entwickelt, wie es in anderen Bundesländern längst vorhanden ist“, so Janssen. Das Land müsse Tauschflächen zur Verfügung stellen, damit ein Talauenland aus der landwirtschaftlichen Nutzung
herausgenommen werden und bepflanzt werden könne.

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