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Pinneberger Tageblatt

21. September 2017 | 12:45 Uhr

Ein schwerer Fehler

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 16:23 Uhr

Früher war die Sache einfacher – so scheint es zumindest. Man ging zur Arbeit, verdiente seinen Lebensunterhalt, zahlte in die Rentenversicherung ein und lebte beim Ausscheiden aus dem Erwerbsleben von der staatlichen Altersversorgung. Und wer es sich erlauben konnte, verfügte im Alter über eine bezahlte Immobilie und ein paar Ersparnisse, die das Rentnerdasein erleichterten.

Heute ist die Situation anders: Die Ansprüche und die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Erklärtes Ziel ist es, dass der Lebensstandard im Rentenalter nicht sinken darf. Wohnen, Leben, Freizeitgestaltung und Reisen – Abstriche werden nur ungern hingenommen. In Zeiten politisch verordneter Rentenkürzungen in Form verlängerter Lebensarbeitszeiten und eines sinkenden Rentenniveaus wird das allerdings schwierig. Die heutige Rentnergeneration ist die reichste aller Zeiten. Längst hat die nachfolgende Baby-Boomer-Generation erkannt, dass nur mit einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge ein auskömmliches Rentnerdasein möglich ist.

Umso gefährlicher ist die derzeitige Null-Zins-Politik. Die klassischen Instrumente der Altersvorsorge wie Lebensversicherungen oder Sparguthaben werfen nichts mehr ab. Damit nimmt die Bereitschaft zur Altersvorsorge dramatisch ab. Ein schwerer Fehler. Ohne finanzielle Vorsorge wird ein auskömmliches Leben im Alter kaum mehr möglich sein – was sich schnell zu einem gesellschaftlichen Problem erster Güte auswachsen kann. Umso erstaunlicher ist es, dass nicht längst von politischer Seite ernsthaft über Instrumente einer gesetzlichen Zusatzversicherung nachgedacht wird. Das wirft zwar nicht mehr Rendite ab, sorgt aber dafür, dass verlässlich Vorsorge betrieben wird. Doch solche Pläne wären das Eingeständnis, dass die staatliche Rente in Zukunft kaum mehr als das Existenzminimum sichern kann – und das würde die Angst vor Altersarmut weiter schüren. Bericht: Wirtschaft

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