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Mit Video : Ein Rentier für ein Zuhause: Weihnachtsmarkt für den guten Zweck

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Erlös kommt zu 100 Prozent Schiffmanns Verein und damit ihrem Waisenhaus in Afrika zugute.

von
erstellt am 03.Dez.2016 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Sie gehen im Trubel fast unter, die Fotos der Kinder. Safinas konzentriertes Gesicht, während sie flötet. Secilia, wie sie lässig dasteht, eine Schlinge um die Schulter, den Arm in Gips. Oder die kleine Maria, die fröhlich in die Kamera lächelt. Sie würden sich sicher erfreuen an den selbstgemachten Rentieren, Kerzenhaltern und den bunten Vogelhäusern, die die elfjährige Pinneberger Schülerin Hannah Schröder liebevoll auf dem Tisch vor sich drapiert hat. Leider sind Safina, Secilia und Maria im knapp 7000 Kilometer (Luftlinie) entfernten Karatu, eine Kleinstadt im Norden Tansanias. Aber sie wissen von Hannah. „Ich erzähle ihnen immer wieder, dass wir hier Kinder haben, die sich um ihren Schulbesuch kümmern“, sagt Gisela Schiffmann, Gründerin des Vereins Karibuni.

Es ist 15 Uhr am Donnerstagmittag, der vierte „Adventsbasar für Karibuni“ der Theodor-Heuss-Schule (THS) hat gerade begonnen. Es duftet nach Waffeln. Der Flur ist festlich geschmückt. Und die Auswahl an Angeboten ist groß. Nele Kienappel (18), die im kommenden Jahr ihr Abitur macht und sich seit Anfang an für das Projekt engagiert, hatte wieder alle Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse aufgerufen, zu basteln oder zu backen. Der Erlös kommt zu 100 Prozent Schiffmanns Verein und damit ihrem Waisenhaus in Afrika zugute. Es bietet zwölf Kindern im Alter von sieben bis zwölf Jahren ein Zuhause. Sie haben ihre Eltern durch Aids verloren, seien selbst aber gesund, sagt Schiffmann.

Die Pinnebergerin hat sich 2006 einem großen Problem angenommen. Laut der SOS Kinderdörfer sind zwei Drittel aller HIV-Infizierten Afrikaner. So wie Safina, Secilia und Maria ergeht es demnach 1,3 Millionen Kindern – allein in Tansania. Insgesamt sollen 15 Millionen Waisen in den Ländern südlich der Sahara leben, die ein oder beide Elternteile durch die Immunschwächekrankheit verloren haben.

Hannah Schröder nimmt Geld einer Mutter entgegen. Die Sechstklässlerin hat unter anderem eins der Vogelhäuser gestaltet. Sie ist eine von 34 Schülern in der AG „THS für Karibuni“. „Ich finde, dass es wichtig ist, anderen Kindern zu helfen und ihnen eine Zukunft zu geben“, sagt sie. Dank ihres Einsatzes können die zwölf Aids-Waisen eine Privatschule besuchen. „Sie bringen sehr gute Zensuren nach Hause, ich bin sehr stolz auf sie“, sagt Schiffmann, die neben Hannah afrikanischen Schmuck verkauft. „Die Ältesten sind Nummer 7,9 und 13 unter 100 Kindern, da schmilzt mein Großmutter-Herz.“

Schiffmann kann den THS-Schülern gar nicht genug danken. Sie ist auf sie angewiesen. Denn sie benötigt allein etwa 10.000 Euro Schulgeld im Jahr. „Insgesamt brauchen wir zwischen 25.000 und 30.000 Euro pro Jahr für das Sozialprojekt“, sagt Schiffmann, die in Karatu auch zwölf Angestellte beschäftigt.

Die Pinneberger Schüler sorgten in diesem Jahr bereits für eine stolze Summe auf dem Vereinskonto: Beim Sponsorenlauf im Sommer, einer anderen Unterstützungsaktion, kamen etwa 15.000 Euro zusammen. Auch der Adventsbasar war erfolgreich: „Wir haben glücklicherweise 2310,63 Euro eingenommen“, sagte Nele Kienappel gestern auf Nachfrage. Damit sind dank der THS-Schüler mehr als die Hälfte der Kosten gedeckt.

(Video: Tanja Plock)

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