Ein Platz am gedeckten Tisch

Insgesamt 18 Frauen aus den drei evangelischen Nachbargemeinden in Bönningstedt und Ellerbek hatten den Gottesdienst zum Weltgebetstag zusammen vorbereitet.  Fotos: Natascha Thölen
1 von 3
Insgesamt 18 Frauen aus den drei evangelischen Nachbargemeinden in Bönningstedt und Ellerbek hatten den Gottesdienst zum Weltgebetstag zusammen vorbereitet. Fotos: Natascha Thölen

Drei evangelische Nachbargemeinden feierten zusammen Ökumene zum Weltgebetstag der Frauen

Avatar_shz von
04. März 2019, 16:00 Uhr

In den evangelischen Nachbargemeinden Bönningstedt und Ellerbek ist es bereits zu einer beliebten Tradition geworden, den Weltgebetstag (WGT) der Frauen als einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst mit wechselnder Gastgeberrolle zu feiern. In diesem Jahr haben die weiblichen Mitglieder der Simon-Petrus-Kirche in Bönningstedt unter der federführenden Organisation von Dörte Warnke alle Gläubigen in ihr Gotteshaus eingeladen. „Kommt, alles ist bereit“, lautete das einladende Motto, das von Frauen in Slowenien stammt, die den Weltgebetstag 2019 vorbereitet haben.

Das Sinnbild für die Integration sowie das gemeinsame Gebet und Handeln aller Menschen, vor allem aber der Frauen in der Gesellschaft, ist nach Meinung des WGT-Komitees ein gedeckter Tisch. Die sieben Frauen aus der Ellerbeker Friedenskirche mit Pastorin Christine Guse und die sechs von der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde von Pastorin Birgit Vocka und die fünf Gastgeberinnen um Warnke hatten daher die Simon-Petrus-Kirche in einen einladenden Gastraum verwandelt. Die Tafeln waren in slowenischen Landesfarben geschmückt. Zu Beginn der Zeremonie trugen sie gemeinsam Spezialitäten des Balkanlandes wie Nelken, Rosmarin, Honig, Salz, Brot und Potica, einem typischen Nusskranz, zum Altar. Die Frauen waren damit den Ideen der Initiatorinnen des ausrichtenden Landes gefolgt.

Im Verlauf des Gottesdienstes nahmen einige Frauen an einem der gedeckten Tische Platz und schlüpften in die Rollen von Sloweninnen, um deren Erlebnisse sowie Wünsche aus einem der kleinsten und jüngsten Länder der Europäischen Union mit etwa 2 000 000 Einwohnern zu erzählen. Die Besucher des Gottesdienstes hörten von der 34-jährigen Mojca, die während ihres Studiums, hochschwanger, im Alter von 21 Jahren von ihrem Freund verlassen wurde. Auch wenn es Mojca mit Hilfe ihrer Familie geschafft hat, Studium, Beruf und ein zweites Kind mit ihrem jetzigen Ehemann miteinander zu verbinden, wünscht sie sich außer der gesetzlichen Gleichstellung praktikablere Lösungen in der Berufswelt ihres Landes. Die Gemeindemitglieder lernten außerdem Marija kennen, die mit ihren über 80 Jahren zusammen mit ihrem Sohn und dessen Frau, die beide arbeitslos sind, auf einem kleinen ländlichen Bauernhof lebt. Alle drei müssen gemeinsam mit der Rente der alten Frau auskommen. Außer den Berichten der slowenischen Frauen, sang die Gemeinde Lieder, die vom WGT-Komitee passend zum Motto komponiert worden waren. Die diesjährige weltweite Kollekte soll nach den Organisatorinnen ebenfalls helfen, dass „Frauen mit am Tisch sitzen“. Sie geht 2019 an die Stiftung FNEB in Kolumbien, die Familien von Entführungsopfern unterstützt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen