Pflegestützpunkt : Ein offenes Ohr in harten Zeiten

Das Team des Pflegestützpunktes unterstützt in allen Fragen rund um Pflege.
Das Team des Pflegestützpunktes unterstützt in allen Fragen rund um Pflege.

Pflegestützpunkt Pinneberg im Quellental-Centrum hilft Angehörigen bei allen Fragen.

shz.de von
05. Juni 2014, 16:00 Uhr

Pinneberg | An diesem Tag ist der Pflegestützpunkt Pinneberg im Quellental-Centrum offiziell geschlossen. Das Dreierteam aus Bianca Trebbin, Nicole Buchweitz und Theresa Wildgrube sitzt entspannt am Konferenztisch. Es drängt sie, über ihre Arbeit zu sprechen, ihre Hilfsmöglichkeiten zu erläutern, denn ihre Einrichtung ist noch jung, noch nicht bekannt genug, finden sie. Erst 2008 schuf das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz die Voraussetzung für diesen Dienst. Viele, die hier Hilfe finden könnten, wissen das vielleicht noch gar nicht, sorgen sich die Drei.

Unsere Unterhaltung hat kaum begonnen, da klingelt es Sturm. Stützpunktleiterin Trebbin steht auf und öffnet die Tür. Ein Mann steht da. Seine Frau liege seit einem Sturz ohne Bewusstsein im Krankenhaus. Realistische Hoffnung auf Genesung gebe es nicht. Jetzt solle sie nach Hause entlassen werden. Und dann?

Den Besucher mit Verweis auf die Öffnungszeiten des Büros auf einen späteren Termin vertrösten? Dazu ist seine Notlage offensichtlich zu akut. Also ist unser Pressegespräch erstmal geplatzt. Was stattdessen folgt, ist ein viel unmittelbareres Erlebnis des Stützpunktes in Aktion.

Der Mann wird an den Tisch gebeten. Es gibt Tee. Eine Atmosphäre des Vertrauens breitet sich aus. Zugleich behutsam wie auch zielstrebig erkunden Trebbin und Wildgrube, die beiden professionellen Beraterinnen des Stützpunktes, den genauen Sachverhalt. Industriekauffrau Buchweitz, an sich für die Verwaltung der Einrichtung zuständig, packt zwischendurch schon mal alles, was es an hilfreichen Merkblättern und Broschüren gibt, übersichtlich geordnet in eine Mappe.

Und dann geht es an die einzelnen Themen: Wie und wo beantragt man eine Pflegestufe? Was ist wegen notwendiger Vollmachten und Verfügungen zu bedenken? Welche Fachärzte gibt es für die notwendige Weiterbehandlung? Und ganz Praktisches: Wo gibt es ein geeignetes Bett für einen weitgehend hilflosen Menschen? Welche Umbauten und sonstige Veränderungen sind in der Wohnung nötig? Wer macht so etwas und wie lange wird das alles dauern? Kann Kurzzeitpflege in einem Heim diese Zeit überbrücken? Und weiter: Wo findet man häusliche Hilfe? Schließlich: Was kostet das alles und wie kann man das finanzieren?

Langsam zeichnet sich ein Programm ab, eine Struktur für den Umgang mit der Flut von unvorhergesehenen Herausforderungen, vor der sich der Besucher sieht. Und immer wieder die Versicherung: „Wir begleiten Sie.“ Natürlich gibt es jederzeit Telefonberatung, aber auch Hausbesuche sind möglich. Mehr noch: Die Stützpunktexpertinnen vernetzen auch, schaffen Kontakte zu Fachleuten oder Selbsthilfegruppen. Für Ratsuchende ist all das kostenlos. Finanziert wird die Stützpunktarbeit von Kreis, Land und Pflegekassen. Der Besucher verabschiedet sich schließlich erleichtert – ein Teil der Last wurde ihm abgenommen.

Der Pflegestützpunkt Pinneberg befindet sich im Quellental-Centrum, Heinrich-Christiansen-Straße 45, und ist erreichbar unter der Telefonnummer 04101-555464. Sprechzeiten sind am Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 14 Uhr. www.pflegeberatungs.info
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen