Silberne Tafel auf dem Friedhof : Ein neuer Bibelpfad für Kummerfeld

Friedhofsverwalter Matthias Möller hat mit Hilfe von Granitstelen und Schildern einen Bibelpfad in Kummerfeld errichtet.
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Friedhofsverwalter Matthias Möller hat mit Hilfe von Granitstelen und Schildern einen Bibelpfad in Kummerfeld errichtet.

Tröstende Worte am Wegesrand. Friedhofsverwalter baut den neuen Bibelpfad in Kummerfeld.

shz.de von
30. Juli 2015, 17:00 Uhr

Kummerfeld | „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ Der Mut machende Bibelvers aus dem ersten Brief des Johannes ziert seit Kurzem eine silberne Tafel, die auf dem Friedhof in Kummerfeld zu finden ist und Teil des neuen Bibelpfads darstellt.

Beginnend rechts vom Ehrenmal führt der Pfad einmal um den ganzen Friedhof herum. Mittelpunkt ist der große Gedenkstein mit Kreuz und der Aufschrift: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“. Links und rechts von den Stelen haben Verstorbene ihre letzte Ruhe gefunden. Menschen trauern, kümmern sich um die Grabstellen ihrer Lieben – sie sollen nun auch Trost in den religiösen Sprüchen finden können. Der Bibelpfad soll zum Innehalten und Verweilen einladen. Friedhofsverwalter Matthias Möller schlug der Osterkirchengemeinde seine Idee vor und setzte sie nun kostengünstig um. Seit einigen Wochen gibt es den Bibelpfad, bestehend aus sechs Granitstelen, auf denen Metalltafeln mit Bibelversen aus dem Alten und Neuen Testament eingelasert sind.

Der Bibelpfad hätte die evangelische Kirchengemeinde etwa 2000 Euro gekostet, berichtet Möller. Durch eine anonyme Spende in Höhe von 600 Euro und dadurch, dass die Firma Müller & Co. Werkzeugbau aus Kummerfeld die Gravuren mit einem Gegenwert von 600 Euro übernommen hat, musste die Kirchengemeinde jedoch nicht so tief in die Tasche greifen. Die Verse suchte Prädikantin Silke Bürger aus, nachdem Möller sie darum gebeten hatte. Beispielsweise einen Ausspruch des Propheten Jesaja aus dem Alten Testament: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“ Oder der häufig zitierte 23. Psalm: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“

„Die Leute nehmen das sehr positiv auf“, sagt Möller. „Das ist einfach ein Hingucker.“ Der Bibelpfad soll Trauernden Trost spenden und zum Nachdenken anregen. Besonders wenn Trauerzüge während einer Beerdigung vor einer der Stelen stehen bleiben, sollen die kurzen Aussprüche bei der Trauerbewältigung für einen kurzen Moment helfen, erklärt der Friedhofsverwalter. Einige nutzten den Pfad, um einen kurzen Spaziergang über den Friedhof zu machen. Bänke machen den Ort der Trauer so auch zu einer Begegnungsstätte.

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