Ein Masterplan für den Sport

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Kommunalwahl am 6. Mai: Die Sportallianz Pinneberg fragt, die Kandidaten antworten / Wie steht’s um den Sportentwicklungsplan?

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12. April 2018, 16:00 Uhr

Die Sportallianz Pinneberg möchte von den Kandidaten von CDU, SPD, Grünen und Unabhängigen, Bürgernahen und FDP wissen, was sie nach der Kommunalwahl am Sonntag, 6. Mai, für die Förderung der körperlichen und somit auch geistigen Ertüchtigung in der Kreisstadt tun wollen. In unserer Serie stellen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Fragen und die Antworten vor.

Inwieweit können Sie sich vorstellen, dass Schulen und Sportvereine gleichermaßen an der Planung beteiligt werden, damit moderne und zeitgemäße Sportstätten gebaut werden?

Dietrich Drechsler (CDU): Für die schrittweise Umsetzung des von der Ratsversammlung beschlossenen Sportentwicklungsplanes stelle ich mir ein Begleitgremium vor, das besetzt ist mit Vertretern aus Verwaltung, Politik, Sport, Schulen und wenn erforderlich auch der Kitas. Die Beschlussvorlagen werden entsprechend unserer Gemeindeordnung in den zuständigen Ausschüssen beraten und empfohlen und schließlich in der Ratsversammlung beschlossen.

Herbert Hoffmann (SPD): Das halten wir für eine Selbstverständlichkeit und unerlässlich.

Dieter Schott (Grüne und Unabhängige): Hier können wir nur auf den schon angeführten „Runden Tisch Sport“ verweisen. Für uns ist eine Zusammenarbeit zwischen Sport, Verwaltung und Politik ein zwingender Bestandteil des öffentlichen Lebens und haben das immer betont. Nur so kann unserer Meinung nach eine vernünftige und zielgerichtete Planung entstehen. Andernfalls wird an den Bedürfnissen der Bürger vorbei geplant.

Kai Thron (Grüne und Unabhängige): Aus meiner Sicht muss diese Beteiligung zwingend sein. Es macht ja keinen Sinn über ein Thema abzustimmen, ohne die Experten dazu gehört zu haben. Sportvereine und Schulen sind die Nutzer der Anlagen tagtäglich. Wir Politiker eher mal abends oder als Zaungast. Eine Möglichkeit dazu würde der „Runde Tisch Sport“ bieten, den wir unbedingt wieder einführen wollen. Wenigstens ein Kunstrasenplatz muss endlich kommen, damit der Hockey Verband sein Training und die Spiele in Pinneberg durchführen kann.

Anja Hißnauer (Bürgernahe): Der Sportentwicklungsplan wurde einstimmig von der Politik beschlossen. Zusammen mit den Sportvereinen wird die Politik diesen umsetzen. Dabei geht es auch um neu zu errichtende Sportstätten.
Werner Mende (FDP): Ja natürlich haben die Sportstätten, wie alle anderen städtischen Liegenschaften und Gebäude auch, ein großes Optimierungspotential, was auch den finanziellen Möglichkeiten Pinnebergs geschuldet ist. Dass Schulen und Sportvereine gleichermaßen an der Sportstättenplanung beteiligt werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Schulen und Sportvereine müssen der Verwaltung aber auch Gelegenheit geben, sich selbst erst einmal klar zu machen, was überhaupt gehen kann und welche Rahmenbedingungen vorliegen.


Aufwertung der Sportstätten

Halten Sie einen Masterplan zur Aufwertung und Umwandlung bestehender Sportstätten für sinnvoll und wie sollte dieser Ihrer Meinung nach aussehen?

Drechsler (CDU): Ein Masterplan oder eine Prioritätenliste für die Instandsetzung, Aufwertung und Umwandlung ist für eine schrittweise und zielgerechte Umsetzung zu erstellen und regelmäßig zu überprüfen wie auch Entwicklungen anzupassen. Eine derartige Gesamtprojektübersicht sollte unter anderem Elemente wie Einzelprojekte, Maßnahmen, Kostenschätzung, Beginn und Ende der Baumaßnahme, Erfüllungsstatus enthalten.

Hoffmann (SPD): Der nunmehr vorliegende Sportentwicklungsplan ist dafür eine gute Grundlage. Durch eine gute und vertrauliche Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren könnte hieraus eine Art Masterplan entstehen.

Schott (Grüne und Unabhängige): Ein Masterplan ist aus unserer Sicht nicht nur für die Sportstätten sinnvoll, sondern für ganz Pinneberg wichtig. Aber auch hier müssen wir uns wiederholen. Auch ein Masterplan macht nur Sinn, wenn alle Beteiligten ihre Idee mit einbringen können. Erst dann wird ein Schuh daraus und ergibt ein befriedigendes Ergebnis für alle Beteiligten. Wie der dann im einzelnen aussehen wird, kann von uns noch keiner vorhersagen.

Thron (Grüne und Unabhängige): Es muss einen Masterplan geben, ein ungeplantes Aneinanderreihen von Aktionen kann schnell teuer werden, in die falsche Richtung führen und gefühlt ewig dauern. Die Stadt Pinneberg ist für die Erhaltung und Aufwertung der Sportstätten verantwortlich. Es muss in der Verwaltung einen Ansprechpartner geben, der den Sportentwicklungsplan zielstrebig verfolgt im Sinne der Bürger, der Vereine und der finanziellen Situation. Er berichtet regelmäßig den Vereinen und den Mitgliedern der relevanten Ausschüsse.

Hißnauer (Bürgernahe): Ja, siehe Sportentwicklungsplan.

Mende (FDP): Jeder Grundstücks- und Gebäudeeigentümer, auch eine Stadt, sollte einen solchen Plan haben. Er ist ja für den grundsätzlichen Erhalt der Werte zwingend nötig. Er hat alle Objekte aufgelistet und beinhaltet neben den grundsätzlichen Positionen „Wartung- und Instandhaltung“ und „Instandsetzung“ auch Positionen, die Maßnahmen beinhalten, die der Aufwertung dienen und umgesetzt werden können, wenn repariert oder erneuert werden muss – oder wenn mal wieder Geld da ist.


Umsetzung des Sportentwicklungplans

Das Institut für kommunale Sportentwicklung (INSPO) schlägt ein Sportzentrum am Fahlt und eine Aufwertung der Sportstätten An der Raa vor. Wie stehen Sie diesen Ideen gegenüber und könnten (müssten) die Vereine in die Planung und Realisierung einbezogen werden?

Drechsler (CDU): Die Vorschläge von INSPO bewerte ich grundsätzlich positiv und als Entwicklungsperspektive in die richtige Richtung. Natürlich bedarf es noch erheblicher Detailuntersuchungen und vor allen Dingen der Sicherung der Finanzierung. Ich meine allerdings, dass nicht nur die Vereine in die Planung miteinbezogen werden können/müssten, sondern auch Vertreter der Schulen, eventuell der Kitas und auch des nicht organisierten Sports aufgrund seines überproportional hohen Anteils der Sporttreibenden in Pinneberg.

Hoffmann (SPD): Grundsätzlich positiv. Diese Idee kann nur im gemeinsamen Wirken mit den Vereinen Umsetzung finden.

Schott (Grüne und Unabhängige): Diese Frage ist in den Vorausführungen von uns schon deutlich beantwortet worden. Wir stehen zu der Realisierung des Sportentwicklungsplans und zwar in seinem vollen Umfang. Ebenso wie eine gemeinschaftliche Erarbeitung der Umsetzung.

Thron (Grüne und Unabhängige): Die Idee finde ich gut. So eine moderne Multifunktionsanlage, die auch Trendsportarten bedient, wäre eine echte Attraktion für Pinneberg. Wir unterstützen das und glauben auch, dass sich bei guter Planung der Umweltschutz in diesen Gebieten erhalten lässt. Natürlich brauchen wir hier die Vereine wieder, die am besten wissen, welche Sportarten in der Sportstätte integriert sein sollten.

Hißnauer (Bürgernahe): Ja, wir halten dieses für sinnvoll.

Mende (FDP): Neben dem Sportentwicklungsplan muss auch die Sportförderrichtlinie erneuert werden. Im Rahmen der Gleichbehandlung aller Sportvereine sollten dann die Sportstätten mittels Miet-, Pacht- oder Erbbaurechtsvertrag den Sportvereinen übertragen werden. Sie sind dann für die Entwicklung der Sportstätten selbst verantwortlich und die Fragen nach Einbezug stellt sich dann nicht mehr. Sie können dann auch die Sportstätten nach eigenem Bedarf optimieren. Einige Vereine machen das ja heute schon. Die Sportförderrichtlinie regelt dann die finanzielle Unterstützung.

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