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Leiter der Wildtierstation in Sparrieshoop : Ein lebenslanger Einsatz für die Tiere

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Christian Erdmann ist Leiter der Wildtierstation in Sparrieshoop. Er leistete Pionierarbeit beim Aufbau vieler Stationen im Norden, doch seine Zukunft sieht er in Schottland.

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erstellt am 04.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Christian Erdmann (51) wusste schon als Kind, dass er einmal etwas mit Tieren machen wird. „Und ich wusste auch, dass ich nicht das lernen muss, was mir die Lehrer in der Schule beibringen“, sagt er heute. Der Leiter der Wildtierstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop blickt bereits auf ein abwechslungsreiches Leben zurück – und Erdmann hat noch viel vor, denn schließlich plant er, 100 Jahre alt zu werden. Doch erst einmal steht im Frühjahr Nachwuchs an: Zusammen mit seiner Frau Katharina (41) erwartet er Zwillinge.

Angefangen hat für Erdmann alles im niedersächsischen Winsen (Luhe). „Meine Mutter war Schneiderin, leider ist sie viel zu früh verstorben“, berichtet er. Sein Vater kümmerte sich als Rentmeister um die Finanzen der Kirche. Nach der Trennung der Eltern ist er im Alter von 15 Jahren zusammen mit seinem Bruder und seinen drei Schwestern und seiner Mutter nach Lüneburg gezogen.

Nach sieben Jahren als Waldarbeiter heuerte Erdmann als Tierpfleger beim Wildpark Lüneburger Heide an. Später machte er dann beim Tierpark Bad Pyrmont eine Ausbildung zum Zootierpfleger. Im Alter von 30 Jahren baut Erdmann den Westküstenpark St. Peter Ording mit auf. „Die vielen Arbeitsstellen waren zwar schön, allerdings bleiben so die Freunde auf der Strecke“, sagt er heute.

Der Tierschützer wechselte nach einiger Zeit nach Niedersachsen, wo er eine Station bei Hannover übernahm. In Sachsenhagen am Steinhuder Meer sowie in Soltau kümmerte sich Erdmann dann erneut um den Aufbau einer Wildtier- und Artenschutzstation. „Ich habe Pionierarbeit geleistet. Der Bedarf für die Tierbetreuung war zwar schon immer da – doch vorher wurden die bedürftigen Tiere meist einfach umgebracht“, so Erdmann. Er mache das alles „aus der Liebe zum Leben“.

Nach der Trennung von seiner ersten Frau wechselte Erdmann nach Tellingstedt in Dithmarschen, wo er eine Tierauffangstation vor allem für Schafe und Ziegen betreute. Eher zufällig kam er vor einigen Jahren in Kontakt mit der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, die ihn noch heute bei seiner Arbeit unterstützt. Zweieinhalb Jahre suchte Erdmann nach einer passenden Lokalität, um in Hamburg eine Wildtierstation aufzubauen. Doch erst im Hamburger Umland wurde er vor gut zwei Jahren fündig. Seitdem betreibt er zusammen mit seiner Frau und vielen Mitstreitern die Wildtierstation im Norden des Kreises Pinneberg.

Erdmann ist vor kurzem in den Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Schleswig-Holstein berufen worden. In Niedersachsen hat er bereits neun Jahre angehende Zootierpfleger geprüft. „Ich weiß, dass viele Prüfungsangst haben“, sagt er. Diese will er auch in seinem neuen Bundesland den Prüflingen nehmen.

Abseits der Arbeit in der Wildtierstation geht der 51-Jährige schwimmen, macht Bogensport oder fährt mit Freunden Kanu. „Aber ich mache auch gerne einfach mal gar nichts und lege die Füße hoch“, sagt er. Für die Zukunft hat sich Erdmann viel vorgenommen – und auf seinen Nachwuchs freut er sich besonders. Doch auch in Klein Offenseth-Sparrieshoop will Erdmann nicht ewig bleiben: „In zehn oder 20 Jahren würde ich gerne nach Schottland gehen“, schwärmt er. Dort will er ein Walmuseum eröffnen.

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