Ein Leben im Zeichen der Mühle

Im Kreis ihrer großen Familie besuchte Erika Hamann an ihrem 95. Geburtstag noch einmal den Ort ihrer Kindheit: die Mühle Langes Tannen.
Im Kreis ihrer großen Familie besuchte Erika Hamann an ihrem 95. Geburtstag noch einmal den Ort ihrer Kindheit: die Mühle Langes Tannen.

Erika Hamann feiert 95. Geburtstag / Gratulation vom Tornescher Bürgervorsteher

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24. Juli 2018, 16:00 Uhr

Ihren 95. Geburtstag feierte Erika Hamann im Café Langes Mühle in Uetersen. Als Kind hat sie hier gewohnt, der heutige Gastraum war die Stube der Familie.

Die alte Mühle auf dem Museumsgelände Langes Tannen hat für Erika Hamann besondere Bedeutung. Ihr Vater, der zeitlebens Gutsverwalter war, kümmerte sich unter anderem um den Sommersitz der Familie Lange. Anlässlich ihres 95. Ehrentags kam ihre große Familie im Café zusammen, um mit ihr zu feiern. „Genau hier war das Wohnzimmer“, erklärte Sohn Kurt W. Hamann im Café, „und darüber, über eine Leiter zu erreichen, lagen die Betten von meiner Mutter und ihrer Schwester Anita.“

In einem Diavortrag erinnerte Sohn Kurt an die wichtigsten Lebensstationen der Jubilarin. Als Erika Speetzen ist sie 1923 auf Gut Heuerstubben in Gnissau geboren. Zwei Jahre später zog die Familie auf den Landsitz des Kaffeekaufmanns Artur Darboven in Blankenese, dann arbeiteten die Speetzens zwölf Jahre lang auf dem Anwesen Lange. In dieser Zeit war Erika teils selbst auswärts in Stellung.

Im Kriegsjahr 1943 wurde sie Luftwaffenhelferin. Auf dem Fliegerhorst Uetersen warnte ihre Stimme aus dem Lautsprecher: „Achtung: Feindselige Flieger im Anflug!“ Den Zweiten Weltkrieg überstand sie unverletzt.

„Dann war es wieder eine Mühle, die ihre Geschichte weiterschrieb“, so Kurt Hamann. Bei einer Getreidemühle in Blunk, bei der sie einige Erledigungen zu tun hatte, lernte sie beim „Dans op de deel“ im dortigen Schinkenkrug ihren zukünftigen Gatten Werner Christian Hamann kennen. Das junge Ehepaar zog zu Erikas Eltern, die inzwischen in Tornesch lebten. Die Hamanns bekamen drei Söhne: Rolf, Kurt und Uwe.

In der Nachkriegszeit lenkte eine Kaffeemühle die Geschicke der Familie, denn das Ehepaar ist bei der Firma Arko Kaffee als Gesellschafter eingestiegen. „Halb Pinneberg wurde von euch mit Köstlichkeiten beliefert“, erzählte Sohn Kurt.

Der Tornescher Bürgervorsteher Friedrich Meyer-Hildebrand, der zum 95. Geburtstag herzlich gratulierte und Glückwunschurkunden der Stadt, des Kreises und des Landes überreichte, erinnert sich heute noch an die Zeit, in der die Jubilarin Hamann bei Arko am Tornescher Bahnhof hinter dem Verkaufstresen stand.

Inzwischen lebt Hamann im Awo-Pflegeheim. Zu ihrem Ehrentag kamen zum Gratulieren und Feiern ihre Kinder mitsamt der acht Enkel, Nichten und Neffen, die ganze Familie eben. In der Mühle der Kindheit zu feiern, bei Sekt, Kaffee und Kuchen, machte den Geburtstag besonders.

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