Ein kurzer Film über den alten Baum
Dorfgeschichte Älteste Eiche im Kreis Steinburg steht im Mittelpunkt
Die filmische Dokumentation der Heimat, dieser Aufgabe stellen sich seit Jahren Alfred Schildhauer aus der Engelbrechtschen Wildnis und sein Freund Klaus Karlau, der jetzt in Brokdorf lebt. Beide kamen am vergangenen Sonnabend in den Sommerländer Ortsteil Brunsholt, um einen Kurzfilm über die dortige, rund 650 Jahre alte Eiche zu drehen. Hauptakteur war dabei der Kollmaraner Henry Steckmeister, der vielen unter dem Namen „Sir Henry“ bekannt ist und sich auch als A-Capella-Sänger, Restaurator von Schiffsmodellen und als Maler einen Namen gemacht hat.
Steckmeister berichtete vor den laufenden Kameras über Geschichte und Gegenwart des Baumes, der übrigens die älteste Eiche im Kreis Steinburg ist. „Der Baum steht auf einer kleinen Anhöhe, die vor über 600 Jahren im Winter aus den überfluteten Feldern ragte. Bis hierher kamen damals die Seeräuber mit ihren Beibooten von der zwölf Kilometer entfernten Elbe her, um sichere Plätze zu finden“, erzählt Steckmeister. Der Baum wurde wahrscheinlich als Orientierungspunkt gepflanzt. Ein Schild weist darauf hin, dass erzählt wird, dass hier der Seeräuber Bruns, angeblich ein Zeitgenosse von Klaus Störtebeker, mit seiner Schatzkiste begraben liegt. Von ihm soll Brunsholt (Bruns sin holt) seinen Namen haben.
Ob diese Aussage geschichtlich fundiert ist, scheint allerdings fraglich, denn Brunsholt wurde schon weit vor dem 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. In der jüngeren Geschichte sah es im Jahre 1991 schlecht aus für das Fortbestehen der Eiche. Der direkt angrenzende Hof des Landwirts Uwe Langholz brannte nieder. Das Feuer schädigte die Krone der Eiche damals erheblich. Nur durch die zweimalige Arbeit eines Baumdoktors, der von der Gemeinde Sommerland beauftragt worden war, konnte der Baum gerettet werden. Heute trägt die Eiche wieder eine große Krone und ist der Stolz des Dorfes. „Wir werden uns selbstverständlich auch weiterhin um das Wohl der Eiche kümmern“, versprach Bürgermeisterin Helga Ellerbrock, die neben einigen Zuschauern zu den Dreharbeiten gekommen war.
Neben der Erzählung der Geschichte der Eiche sorgte Henry Steckmeister auch für musikalische Untermalung des Kurzfilms. Der brachte das plattdeutsche Lied „De Eekboom“ zum Besten und erhielt dafür großen Applaus der Zuschauer.
Wenn der Film über die Brunsholter Eiche fertig geschnitten ist, wird er von Schildhauer und Karlau auf verschiedenen Veranstaltungen gezeigt. „Einen festen Titel habe ich aber heute noch nicht, sagt Alfred Schildhauer.
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