Inklusion : Ein Konzert, das zum Nachdenken anregt

<p>Sängerin Petra Matthießen-Eitze. </p>

Sängerin Petra Matthießen-Eitze.

Die Inklusions-Band der Lebenshilfe, "Rosi und die Knallerbsen", spielt im Pinneberger Rosengarten.

shz.de von
10. Juli 2018, 13:30 Uhr

Um punkt elf Uhr legten „Rosie und die Knallerbsen“ los. Da waren die Sitzreihen im Rosengarten erst spärlich besetzt, aber davon ließen sich die Musiker und Sänger der Lebenshilfe Schenefeld nicht beirren. Mit fröhlichem Temperament stimmten sie ihr erstes Lied an, sangen, was ihre Kehlen hergaben, und holten auch aus ihren Instrumenten schonungslos alles heraus, was da an Tönen drinsteckte.

Das wirkte Wunder! Von allen Seiten strömten neugierige Spaziergänger herbei. Bald gab es kaum noch freie Stühle. Da ließen sich ganze Familien einfach im Gras nieder. Andere fanden Sitzgelegenheiten, die den zusätzlichen Vorteil boten, im Schatten zu stehen. An Beifall klatschendem Publikum war jedenfalls kein Mangel mehr.

Mit Kevin Franklin, nach eigenem Bekunden DJ, MC und King, hatte die Band einen Moderator mitgebracht, der die Menge ganz alleine in Stimmung bringen konnte. Er hatte zu jeder Programmnummer ein paar witzige Bemerkungen auf Lager, sagte an, wann Beifall fällig wurde, brachte die Zuhörer schließlich dazu, die Fläche vor der Bühne zur Tanzfläche zu machen. Am Schluss bedankte er sich mit Rosen bei sämtlichen Damen im Publikum und sang für sie sogar sein Lieblingslied, „Rote Lippen soll man küssen“. Nicht immer richtig, aber dafür richtig laut. Es war schon das vierte Mal, dass die Lebenshilfe-Band im Rosengarten auftrat, diesmal unter der Oberherrschaft von Citymanager Dirk Matthiessen. Der war natürlich als Zuhörer dabei. Auch Bürgermeisterin Urte Steinberg und ihr Lebensgefährte Torsten Hauwetter ließen sich blicken. 

Nächstes Jahr werden sie wiederkommen, versprachen Rosi und ihre Knallerbsen voller Enthusiasmus, ehe sie wieder in ihre betreute Wohngruppe zurückkehrten. Die Schützlinge der Lebenshilfe waren ganz aus dem Häuschen vor lauter Freude über den herzlichen Beifall, der ihnen von allen Seiten entgegenbrandete. Beim Weiterspazieren waren dann viele Zuhörer doch recht nachdenklich. „Wir gehen auf die Behinderten in unserer Mitte meist viel zu wenig ein“, war ein mehrfach geäußerter Gedanke. 

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