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Pinneberger Tageblatt

26. Juni 2017 | 04:08 Uhr

Ein Komet rast auf die Erde zu

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wolfgang-Borchert-Gymnasium Abitur-Jahrgang inszeniert Musical „Abikalypse – der Weltuntergang wäre einfacher gewesen“

„Das Publikum will gekitzelt werden und nicht gekniffen“, hatte Wolfgang Borchert, Namensgeber des Halstenbeker Gymnasiums, einst gesagt. Das Zitat nahm sich der aktuelle Abiturjahrgang scheinbar als Motto für das traditionelle Abi-Musical, das dreimal vor jeweils fast ausverkauftem Haus in der Aula der Schule am Bickbargen aufgeführt wurde. „Abikalypse – der Weltuntergang wäre einfacher gewesen“, hatten sie ihr Stück getauft.

Darum ging es: Ein Komet rast auf die Erde zu. Das Einschlaggebiet: das Hamburger Umland. „Geil, dann müssen wir kein Abi mehr schreiben“, lautet der erste Kommentar. Doch so einfach ist es für die Schüler nicht. Sie wollen ihren Schulabschluss und die Welt retten – zumindest einen Teil davon. Ein Plan muss her. Der Klassenstreber berichtet von einem Professor, der eine Wasserstoffrakete entwickelt hat, mit der der Komet abgefangen werden soll. Das Problem: der Wissenschaftler lebt abgeschottet von der Außenwelt. Also spielen die Schüler Ideen durch, um ihn aufzuspüren und entführen schließlich dessen Tochter, um an den Professor und dessen Pläne zur Weltrettung heranzukommen.

Abikalypse wirkte wie eine Mischung aus den Filmen „Armageddon – Das jüngste Gericht“, einem Katastrophenfilm mit Bruce Willis aus dem Jahr 1998, in dem ebenfalls ein Meteorit die Erde bedroht, und „Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus“, der 1976 erschienenen Persiflage auf das in den 1970er Jahren aufkommende Genre des Katastrophenfilms.

Alles vor der Zeit der Schüler auf der Kinoleinwand erschienen, aber Klassiker, die heute noch immer funktionieren. Ebenso wie das Spiel mit Klischees, das die Schüler in ihrem Musical einsetzten: die ständig zugedröhnten Hippies, das verzogene Püppchen mit reichem Papa, der hirnlose Muskelprotz mit schmückendem, aber ebenso geistig eingeschränktem Anhang, oder die immer gut gelaunte Optimistin. Klischees mögen nicht immer als politisch korrekt gelten, aber sie funktionieren, wenn es darum geht, das „Publikum zu kitzeln“. Um es mit Chris Tall, einem der aktuell erfolgreichsten Comedians in der Generation der Abiturienten zu sagen: „Darf der das? Der darf das.“

Zentrales Element der Abikalypse war übrigens ein blauer Bus, der schon in den letzten Tagen und Wochen in Halstenbek auftauchte, denn immer wieder spielten die Abiturienten auch kurze Videosequenzen ein – die Fahrt durch Halstenbek, ein Camp im Wald und einen ganz besonderen Ausflug. Der Besuch des Pappbusses – auf Rollbrettern aus dem Baumark – im Drive-In-Bereich eines Burger-Bräters sorgte für tosenden Applaus und schallendes Gelächter im Saal. Vielleicht wird die Szene in Vergessenheit geraten, doch beim Abitreffen in 25 oder 30 Jahren wird sich jeder Darsteller genau an diesen besonderen Ausflug erinnern – mehr als an jede Klausur oder Textanalyse.

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