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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 22:00 Uhr

Ein Knall sorgt für Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinnebergs Polizeichef zieht eine vorläufige Bilanz für 2013 – und beklagt Gewalt gegenüber Beamten

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Vor sechs Jahren trat Thorsten Buchwitz seinen Dienst an. Polizeichef in Pinneberg – das ist seitdem der Beruf des 50-Jährigen. Ein Job, der dem Ersten Polizeihauptkommissar ganz offensichtlich noch Spaß macht. Trotz Schattenseiten. Im Bilanzgespräch mit unserer Zeitung macht Buchwitz klar, dass vor allem die Gewalt gegenüber Beamten ihm Sorgen bereitet: „Es ist unverändert eine wachsende Respektlosigkeit spürbar.“ Körperliche Übergriffe seien an der Tagesordnung.

Buchwitz geht davon aus, dass die Kriminalitätsstatistik für 2013 keine außergewöhnlichen Ausschläge zeigen wird. Genaue Zahlen wird der Innenminister erst im Frühjahr präsentieren. Aber ein Polizeichef entwickelt mit den Jahren ein Gespür: „Bei den Einbrüchen rechne ich mit leicht steigenden Zahlen, explodieren werden sie nicht“, so Buchwitz, der für rund 60 Beamte verantwortlich ist.

Eine Thema, das die Pinneberger Wache durchs Jahr begleitet hat war der mysteriöse Knall, der die Kreisstädter regelmäßig nachts aus dem Schlaf schreckt. Vor allem an den Wochenenden rufen besorgte Bürger in der Wache an. „Das Geräusch hat uns schon ordentlich beschäftigt, wir nehmen das ernst“, so Buchwitz. Kürzlich hatten Ermittler des Landeskriminalamts im großen Stil selbst gebastelte Böller sichergestellt – und im Umland sogar eine Sprengstoff-Werkstatt ausgehoben.

Vor besondere Herausforderungen stellte die Polizei die grausame Tat eines 53-jährigen Taxifahrers im Juli 2013. Der Mann hatte seine Frau auf offener Straße mit Säure überschüttet und mit einem Messer mehrfach auf sie eingestochen. „Meine Beamten haben damals sehr besonnen reagiert“, sagt Buchwitz, den seinerzeit die Zivilcourage von Passanten beeindruckt hat. „Sie haben der Frau das Leben gerettet.“ Großdemonstrationen gegen die NPD im April und nach einem Anschlag auf die Jüdische Gemeinde im November seien problemlos, ruhig und diszipliniert über die Bühne gegangen. Zwei Verkehrstote seien 2013 zu beklagen gewesen. Schwerpunkte habe die Polizei Pinneberg im Bereich des Fahrradverkehrs gesetzt.

Und die Personalsituation? „Die Lage ist angespannt, die Arbeitsbelastung hoch, aber es funktioniert alles.“ Buchwitz lobt ausdrücklich die „harmonische Zusammenarbeit“ mit Freiwilliger Feuerwehr und Technischem Hilfswerk: „Ein eingespieltes Team.“

Ach ja: Guckt ein Pinneberger Polizeichef eigentlich gern „Tatort“? Thorsten Buchwitz lacht. „Den aus Münster schaue ich mir an“, sagt er. Die NDR-Serie „Großstadtrevier“ sei ihm aber lieber: „Näher an der Wirklichkeit“, so Buchwitz.

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