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Kreisweiter Wettbewerb des Deutschen Buchhandels : Ein kleiner Vorleser ganz groß

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Wedeler Markus Wethmar vom Johann-Rist-Gymnasium gewinnt den kreisweiten Wettbewerb des Deutschen Buchhandels.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2015 | 16:04 Uhr

Sabine Körner freute sich besonders darüber, dass sich zum ersten Mal sehr viele Jungen beteiligten. Die Pinneberger Buchhändlerin organisiert seit vielen Jahren den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels im Kreis Pinneberg. „In den ersten Jahren waren es nur Mädchen“, erinnert sie sich. In diesem Jahr war das Verhältnis fast ausgeglichen.

Die in der Kreisstadt zusammengekommenen Sechstklässler repräsentierten 27 Schulen. Es waren zu viele, um alle nacheinander antreten zu lassen, urteilte Körner und so lasen die Kinder aus der Nordhälfte des Kreises im Ratssaal, die anderen im Rockville-Zimmer des Rathauses. „Die letzten hätten sonst viele Stunden lang auf ihren Auftritt warten müssen, das wollten wir den Wettbewerbsteilnehmern nicht zumuten“, begründete die Organisatorin ihre Entscheidung. Es sei auch so schon genug Stress für die Elf- bis Dreizehnjährigen, an einem unvertrauten Ort und vor einem großen, weitgehend unbekannten Publikum vorzulesen. „Dem zittern alle entgegen“, wusste sie aus langjähriger Erfahrung.

„Ihr seid doch alle schon Gewinner“, beruhigte Körner die aufgeregte Schar. Schließlich hatten sie sich alle schon als Beste ihrer Schulen qualifiziert. Jetzt ging es darum, wer den Kreis Pinneberg beim Landeswettbewerb vertreten wird. Das konnte nur einer sein, wahrlich kein leichter Job für die insgesamt acht Juroren, zumeist Deutschlehrer und Bibliothekare. Wenn sie sich gar nicht einigen konnten, riefen sie auch schon mal zwei Favoriten zum Stechen zurück aufs Podium. Ohnehin kam jeder zweimal dran. Für einen Text der eigenen Wahl gab es drei Minuten Zeit, für einen unbekannten Text, den die Jury ausgesucht hatte, zwei Minuten. Am Ende war ein Junge der Sieger des Tages, Markus Wethmar vom Johann-Rist-Gymnasium Wedel. Ist sein Ehrgeiz damit gestillt? Er sei schon ganz glücklich, meinte er, aber das Finale in Berlin am 17. Juni sei natürlich ein heimlicher Traum. Auf dem Wege dahin muss Markus allerdings noch etliche Hürden auf Bezirks- und Landesebene bezwingen. Den zweiten Platz belegte Embla Witzleben von der Freien Waldorfschule Elmshorn. Auch sie las überzeugend gut, aber vielleicht etwas zu leise für den ersten Platz.

„Lesen ist die Grundlage aller Bildung.“ Das steht für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels außer Frage. Zur Förderung von Lesefreude und Lesemotivation veranstaltet der Verein in diesem Jahr bereits seinen 56. Vorlesewettbewerb. Die Ausscheidungen begannen im Oktober auf Klassenebene. Bis Mitte Dezember musste dann ein Schulsieger an den Börsenverein gemeldet werden. Bis zum 25. Februar müssen alle Stadt- und Kreisentscheidungen gefällt sein. In den Monaten März bis Mai stehen erst Bezirks- und dann Landeswettbewerbe auf dem Programm. Wer am 17. Juni den Bundeswettbewerb gewinnt, erhält zusätzlich zu den eigenen Preisen auch einen Wanderpokal für seine Schule und darf im nächsten Jahr in der Jury sitzen.
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