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Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 06:09 Uhr

Pinneberg : Ein Kieler im Rausch der Tiefe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Forschungstaucher Uli Kunz präsentiert eine Auswahl seiner besten Bilder und Videos im Rathaus.

Pinneberg | Er ist ein Taucher der Extreme und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Uli Kunz (Foto). Eisige Kälte oder Finsternis schrecken ihn nicht ab. Er wagt sich in enge Höhlen hinein, taucht durch unübersichtliche Kelpwälder oder sucht die Nähe von großen Meeresräubern. So sprang er während einer Polarnacht in den drei Grad kalten norwegischen Andfjord, um Buckelwale und Orcas bei ihrer Jagd auf Heringe zu filmen.

Am Sonnabend, 18. Februar, kommt der Kieler Forschungstaucher nach Pinneberg und präsentiert in Zusammenarbeit mit Greenpeace und der Volkshochschule im Ratssitzungssaal, Bismarckstraße 8, seine multimediale Fotoshow „Leidenschaft Ozean.“ Er gibt Einblick in eine für viele Menschen unbekannte Welt. Die Show beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der Forscher präsentiert eine Auswahl seiner besten Bilder, Videos und Geschichten. „Wasser ist mein Element. In den Tiefen der Ozeane und anderer Gewässer fühle ich mich wohl und sicher – ich vertraue einfach meiner Ausbildung, meiner Ausrüstung und einem guten Team“, sagt er.

Ein Seehund ruht sich auf einem Felsen aus.
Ein Seehund ruht sich auf einem Felsen aus. Foto: Uli Kunz/Greenpeace
 

Kompetent und unterhaltsam erzählt der Wissenschaftler von seinen eindrücklichsten Erfahrungen. Mit Meeresschützern von Greenpeace ging Uli Kunz auf eine Nordsee-Expedition an Bord der „Arctic Sunrise“. Am Sylter Außenriff tauchte er zu Felsbrocken hinab, die Greenpeace-Aktivisten 2008 und 2011 zum Schutz vor zerstörerischer Fischerei versenkt hatten. Die Steine sind mittlerweile von vielerlei Meeresbewohnern besiedelt, was Kunz eindrucksvoll mit der Kamera dokumentierte.

„In Frankreich zum Beispiel erkundete ich mit einem Team aus Höhlenforschern kilometerlange wassergefüllte Gänge und Hallen und musste für den Ausflug in die licht- und leblosen Tiefen 150 Kilogramm Ausrüstung mitschleppen. Über 30 Stunden verbrachten wir unter Tage, komplett abgeschnitten von der Außenwelt“, berichtet er.

<p>Uli Kunz entdeckte schon als Teenager seine Liebe zum Meer.</p>

Uli Kunz entdeckte schon als Teenager seine Liebe zum Meer.

Foto: Uli Kunz/Greenpeace
 

Seine Bilder und Videos präsentiert Kunz auf einer Großleinwand, untermalt mit atmosphärischer Musik. Auch Bedrohungen, wie die zunehmende Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll, die Jagd auf Haie für Haiflossensuppe oder die Folgen der Klimaerwärmung spricht Kunz in seinem Vortrag an. Seine Show soll dazu motivieren, sich für den Schutz der Meere einzusetzen.

Uli Kunz, Jahrgang 1975, wuchs in Kehl am Rhein auf. Als Teenager machte er verschiedene Tauchscheine und entdeckte seine Liebe zum Meer. 1997 zog er nach Kiel, um Meereskunde und Zoologie an der Christian-Albrechts-Universität  zu studieren. 2004 hatte er sein Diplom in der Tasche. 2013 gründete Uli Kunz mit vier Freunden die Firma Submaris, die Tauchprojekte für Wissenschaft und Medien anbietet. Zwischen den Forschungseinsätzen tauchte das Team für „Terra X“ und einen „Tatort“ ab.
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erstellt am 16.Feb.2017 | 16:30 Uhr

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