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Von Taipei nach Pinneberg : Ein Jahr in einer fremden Welt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Rotary Club organisiert Auslandsaufenthalte für Jugendliche. Fang Nai-Kuang aus Taiwan ist gerade zu Gast in der Kreisstadt.

Erst im August kam Fang Nai-Kuang aus Taiwan nach Pinneberg. „Ich bin stolz und glücklich hier zu sein“, erklärte er bei seiner Vorstellung im Pinneberger Rotary Club in gutem Deutsch. Nai-Kuang – oder „William“, wie er sich auch nennen lässt – nimmt am Internationalen Austauschprogramm der Rotarier teil. Sein Vater ist selbst Mitglied des „Taipei Yangming Rotary Club“, in Pinneberg lebt Nai-Kuang momentan bei Clubmitglied Frank Schmuggerow. „Das Progamm ist aber natürlich auch für Nicht-Rotarier offen“, erklärt Ernst Kelting, der im Verein für die Betreuung der Gastschüler zuständig ist. Jeder Schüler kann sich bei seinem lokalen Club bewerben. Kelting beobachtet, dass die USA als Reiseziel nicht mehr so begehrt sind, wie noch in der Vergangenheit. „Nur noch zehn Prozent der Jugendlichen zieht es in die Vereinigten Staaten – viele wollen nun eher nach Lateinamerika oder nach Asien.“ Für jeden Jugendlichen, den eine Rotary-Gruppe in die Welt hinausschickt, verpflichtet sie sich im Gegenzug, einen ausländischen Schüler aufzunehmen. Schmuggerows Sohn lebt gerade im mexikanischen Monterrey. Die Unterbringung ist kostenlos, die Familien der Austauschschüler müssen nur für die Reisekosten aufkommen. Nach der Ankunft erhält ein Schüler zunächst 14 Tage intensiven Sprachunterricht, das Ergebnis ließ sich in Nai-Kuangs flüssigem Vortrag bewundern. In seiner Powerpoint-Präsentation stellte auch seine Familie vor.

Der junge Taiwanese besucht täglich die Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg. Er wird nicht während des gesamten Aufenthalts bei Familie Schmuggerow bleiben – Austauschgäste der Rotarier wechseln nach Möglichkeit mehrmals die Gastfamilie, um so einen vielfältigeren Eindruck der neuen Kultur zu gewinnen.

Während der chinesische Jugendliche sein Abenteuer im Ausland gerade erst begonnen hat, ist der 16-jährige Jonas Herbst gerade aus Thailand zurückgekehrt. „Der größte Kulturschock kam am ersten Schultag“, erzählt der junge Hasloher, der bei Familien in der Hauptstadt Bangkok lebte. Fast 3500 neue Mitschüler und dazu die Fallstricke der thailändischen Höflichkeitsformen „Bei jeder Begrüßung kann man einen Fehler machen.“ Dazu kam die völlig neue Sprache. „Naturwissenschaften wurden zum Glück auf Englisch unterrichtet.“ Mit der Zeit wuchs bei Jonas jedoch die Erkenntnis: So schwer ist Thai überhaupt nicht und nach drei Monaten kam er an der Schule schon ganz ohne Englisch aus. Auch wenn er thailändische Freunde fand und ins Fußballteam der Schule integriert wurde – Jonas war oft froh, dass er auch viel Kontakt mit anderen Austauschschülern hatte: „Zum einen haben viele junge Thai wenig Zeit, weil sie sehr viel lernen, zum anderen ist es ein gutes Mittel gegen Heimweh, sich mit Leuten in der gleichen Situation auszutauschen.“ In diesem Jahr hat Jonas nicht nur viel über das Land in Südostasien gelernt. „Ich bin auch spontaner geworden und habe den Optimismus der Thai übernommen.“

 

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erstellt am 17.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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