Kreis Pinneberg : Ein Jahr Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland

Vorsitzender Frank Schoppa zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz.
Vorsitzender Frank Schoppa zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz.

Der Verein baut sein Netzwerk aus, realisiert erste Projekte und schiebt neue Ideen an – etwa einen Baumpark und eine App fürs Handy.

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08. Mai 2015, 12:00 Uhr

Ellerhoop | Ein gutes Jahr ist es her, als Frank Schoppa gemeinsam mit weiteren Mitstreitern ins Gartenbauzentrum nach Ellerhoop eingeladen hatte, um den Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland aus der Taufe zu heben. Um das 2013 auf der Internationalen Gartenschau in Hamburg-Wilhelmsburg entstandene Netzwerk weiterzuspinnen. Um die Identität der Region zu wahren und zu fördern. Ihr ein Gesicht zu geben. Wie die Lüneburger Heide oder das Alte Land eines haben. Mit Erfolg.

Wenn der Vorstandsvorsitzende Schoppa Ende Juni vor die erste Mitgliederversammlung tritt, haben er und sein Team, zu dem etwa Andreas Köhler von der Kreisverwaltung und Reimer Meier, Ehrenpräsident des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein, zählen, einiges vorzuweisen. Wie etwa das erste Projekt „Mehr Grün für Rellingen“. „Es geht darum, öffentliche und private Mittel zu kombinieren, um das Grün zu pflegen“, sagt Schoppa, dessen Verein die Initiative der Gemeinde begleitet hatte.

Für jeden Euro, den ein Bürger, ein Verband, eine Institution oder eine Firma gegeben hatte, gab der Ort einen dazu. Davon wurden nun 44 Gehölze für Rellingen gekauft, die am internationalen Tag des Baums der Öffentlichkeit präsentiert wurden. „Wir werben dafür, dass sich Kommunen ein Beispiel daran nehmen“, sagt Schoppa weiter. Besonders für diejenigen Gemeinden und Städte, deren Kassen klamm sind, könnte das Modell ein Weg sein, um zu mehr Grün zu gelangen. Schließlich sind Gehölze nicht mal eben so zu erstehen: Es fallen 3000 bis 5000 Euro an, „bis der Baum richtig funktioniert“, erläutert Schoppa. Denn zu den Anschaffungskosten in Höhe von etwa 500 Euro kämen noch die Pflanzvorbereitung und die Pflege hinzu.

Ein zweites Projekt, das der Verein aktuell forciert, ist die Errichtung eines Baumparks für Pinneberg. Auf einer städtischen Fläche von etwa 4900 Quadratmetern westlich der Straße An der Raa wollen die Kreisstadt, der Verein und andere Akteure wie etwa der Regionalpark Wedeler Au die bislang 26 „Bäume des Jahres“ pflanzen. Finanziert werden soll das zirka 100.000 Euro teure Projekt von privaten Investoren. Etwa 75 Prozent seien schon zugesagt worden, berichtet Schoppa. Noch in diesem Monat wolle die parteilose Bürgermeisterin Urte Steinberg, die ebenfalls Mitglied des Vereinsvorstands ist, den Baumpark vorstellen. Laut Plan wird nach den Sommerferien mit den Bauarbeiten begonnen, zum internationalen Tag des Baums im April 2016 die Einweihung gefeiert. „Die Bäume sollen mit Tafeln und QR-Codes so aufbereitet werden, dass die Öffentlichkeit auch in puncto Umweltbildung etwas davon hat“, sagt Schoppa. Wer den Rundgang beschreiten wird, werde mehr über Gehölze aus artenarmen und artenreichen Wäldern sowie der Auenlandschaft, der Steppenwälder, der kühl-feuchten Wälder, der Alpenregion, der Hartholz- und der Weichholzaue erfahren.

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„Wir werben dafür,
dass sich Kommunen
ein Beispiel
daran nehmen.“

Frank Schoppa über das Projekt
 „Mehr  Grün für Rellingen“
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Ein drittes Projekt, das der Vorstand, in dem sich auch Rellingens parteilose Bürgermeisterin Anja Radtke, Klaus Fliegel vom Baumschulmuseum, Carsten Bock vom Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer sowie die beiden Macherinnen der Internationalen Gartenschau, Heike Meyer-Schoppa und Martina Schneekloth engagieren, könnte hingegen schon bis zur Mitgliederversammlung fertig sein: die sogenannten Pot Cover – quasi Verkleidungen von Pflanzentöpfen, auf denen ein Gruß aus der Pinneberger Baumschullandschaft sowie Infos über die Region stehen. „Wenn wir irgendwo hinfahren, kaufen wir gern irgendwelche Souvenirs“, sagt Schoppa. Doch Kaffeebecher und Co. seien dem Vorstand zu langweilig, zu wenig identitätsstiftend gewesen. Deshalb habe er sich überlegt, zehn verschiedene Gehölze wie Tannen und Rosen auszusuchen und sie mit Pot Covern zu versehen. Diese wolle der Verein auch den Repräsentanten aus dem Kreis Pinneberg zur Verfügung stellen, damit sie hier und da einmal einen „blumigen Gruß“ verschenken können. „Ich hoffe, das das auch genutzt wird“, fügt Schoppa an. Denn die Idee dahinter ist schließlich, den Kreis Pinneberg als Kulturlandschaft bekannter zu machen. Sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Region. Deshalb gebe es auch Überlegungen, die Autobahnschilder, auf denen noch „Baumschulgebiet Kreis Pinneberg“ steht, gegen welche mit dem Schriftzug „Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland“ auszutauschen.

Besonders innovativ ist ein weiteres Projekt, für die der Verein nun Fördermittel bei der Metropolregion Hamburg beantragt hat: die Entdeckerrouten. Schoppa und sein Team stellen sich die Entwicklung einer App fürs Mobiltelefon vor, in der all die sehenswerten Plätze wie etwa das Rosarium in Uetersen, das Baumschulmuseum in Pinneberg oder das Arboretum in Ellerhoop zusammengefasst sind.

Darüber hinaus sollen in der App Informationen über die Attraktionen stehen, die bei Bedarf auch automatisch vorgelesen werden. Der Sprecher gebe den Nutzern dann auch Tipps, wo sie als nächstes hinfahren könnten, um einen weiteren schönen Fleck innerhalb der Kulturlandschaft zu erkunden. Denkbar wäre, so Schoppa, dass die App gemeinsam mit den anderen Kulturlandschaften wie dem Alten Land, der Lüneburger Heide und der Segeberger Knicklandschaft entwickelt wird. Sollte es noch in diesem Jahr zu einer Förderzusage komme, könne das Projekt 2016 realisiert werden, sagt Schoppa, der sich ebenso wie seine Vorstandskollegen ehrenamtlich engagiert. Welche Projekte folgen, darüber werde noch beraten. Unter den Mitgliedern, in Arbeitsgruppen, im Vorstand. Frei nach dem Motto: Gemeinsam etwas erreichen.

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