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Mit Flüssiggas auf die Insel : Ein Hightech-Schiff für Helgoland

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vom kommenden Mai an fährt ein neues Bäderschiff nach Helgoland. Die Fähre wird mit umweltschonendem Flüssiggas betrieben. Und auch die Inneneinrichtung hat mit den alten Traditionsdampfern nichts mehr gemein.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 11:05 Uhr

Helgoland | Die zum Kreis Pinneberg gehörende Hochseeinsel Helgoland wird von Mai 2015 an von einer High-Tech-Fähre mit dem Festland verbunden. Nach Auskunft der Reederei Cassen Eils soll das neue Bäderschiff mit Flüssiggas betrieben werden. Es sei das erste seiner Art unter deutscher Flagge.

Das LNG (Liquefied Natural Gas), auf minus 162 Grad Celsius gekühltes Methan, ist nach Überzeugung der Reederei eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative zu konventionellem Schiffsdiesel. Der Ausstoß giftigen Stickoxids und Schwefeloxids werde um jeweils mehr als 90 Prozent, der Ausstoß von Kohlendioxid um 20 Prozent reduziert. Feinstaubemissionen würden vollständig vermieden. Der sogenannte Dual-Fuel-Motor ermöglicht es aber, die Fähre bei Bedarf auch mit konventionellem Treibstoff zu betanken.

Im Inneren wird sich die Fähre deutlich von den traditionellen Bäderschiffen aus den Siebzigerjahren unterscheiden. Sie bekommt acht Salonbereiche und ein Atrium über mehrere Etagen mit Glaskuppel. Ein gläserner Lift, der das barrierefreie Wechseln der Decks ermöglichen soll, verbindet die Etagen. Auf einem Deck werden die Aufenthaltsbereiche im Stil der Helgoländer Hummerbuden gestaltet. Dort gibt es auch ein Bistro und einen Bereich für Kinder.

Es wird zudem zwei Restaurants unterschiedlicher Klassen sowie einen Salon mit Ausblick aufs Achterdeck geben. Auf der vierten Etage ist ein Freideck zugänglich, auf der fünften gibt es ein Sonnendeck mit Liegestühlen. Die Fähre soll direkt im Helgoländer Hafen festmachen, sodass auch Rollstuhlfahrer einfach von und an Bord gelangen können. Insgesamt gibt es Platz für 1000 Passagiere. Die Reederei will mit dem neuen Schiff eine ganzjährige Verbindung sicherstellen. Zudem kann sie bis zu zehn Container mit Fracht transportieren.

Die Werft Fessmer im niedersächsischen Berne (Kreis Wesermarsch) baut die neue Fähre. Die schwimmende Hülle wurde im polnischen Szczecin (Stettin) produziert, die übrigen Arbeiten in Berne erledigt. Der Bau des Schiffes wurde im Juli 2014 mit der Kiellegung begonnen. Im Frühjahr 2015 soll es dann fertig sein.

„Mit 31 Millionen Euro ist das neue Schiff jüngst sicher eine der größten Investitionen in den Tourismus hier an der Küste“, sagt Peter Eesmann, Geschäftsführer bei Cassen Eils. Das Traditionsschiff „Atlantis“, bisher verchartert (siehe Infokasten), soll vom kommenden Jahr an für andere Verbindungen eingesetzt oder ausgemustert werden. Die übrigen Bäderschiffe verbinden weiterhin etwa Büsum, Wilhelmshaven oder Bremerhaven mit der Insel. „Die alten Fähren wollen wir weiterbetreiben. Der Stahl ist wie neu, die Maschinen sind in sehr gutem Zustand und die Hilfsmotoren etlicher Schiffe haben wir erneuert“, sagt Eesmann.

„Touristisch ist das ein Meilenstein“, hatte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer bei der Unterzeichnung eines Verkehrsvertrags zwischen der Reederei und der Gemeinde Helgoland im Oktober 2013 gesagt. Bis 2008 war die Zahl der Touristen auf Helgoland stetig gesunken.

Außer der Reederei Cassen Eils, einer Tochter der AG Ems, bieten auch Helgoline und H. G. Rahder Verbindungen zur Insel Helgoland an. Helgoline, eine Tochter der Förde Reederei und Seetouristik (FRS), fährt mit dem Katamaran „Halunderjet“ von Hamburg und Wedel, sowie bis Saisonende mit der gecharterten „Atlantis“ von Cuxhafen aus. H. G. Rahder bietet mit der MS „Lady von Büsum“ von Büsum nach Helgoland an.

 

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