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Pinneberger Tageblatt

22. August 2017 | 15:16 Uhr

Ein Hansdampf in Sachen Genuss

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Patissier Der Appener Marco D’Andrea hat ein Herz für gutes Essen und gestaltet aufwendige Pralinen / Statt Restaurants zu besuchen steht er lieber am Herd

„Ich hasse es, zu Hause das Dessert zuzubereiten“, sagt Marco D’Andrea. Eine ungewöhnliche Aussage für jemanden, dessen berufliche Leidenschaft Schokolade und Pralinen gehört. D’Andrea war unter anderem Chef-Patissier im Nobel-Restaurant KHH Süllberg in Hamburg-Blankenese und wurde für seine innovativen Desserts 2014 sogar zum „Patissier des Jahres“ gekürt. In den eigenen vier Wänden in Appen, wo er mit seiner Frau und den beiden Töchtern lebt, ist der 27-Jährige weniger anspruchsvoll. „Da reicht mir auch mal ein Kinderriegel.“

Trotz der Bescheidenheit gehört sein Herz schon seit der Jugend dem guten Essen. Dafür brach er sogar die Schule ab und ließ sich zum Koch ausbilden. Schnell stellte sich heraus, dass sein Talent überdurchschnittlich ist. Als Patissier fand er schließlich eine Nische, in der er sich voll entfalten kann.

Inzwischen ist D’Andrea selbstständig und zeigt anderen, worauf es bei der Zubereitung von schmackhaften Desserts ankommt. Workshops auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa 2, Beratungen großer Bäckereien und namhafter Hotels - der gebürtige Frankfurter mit italienischen Wurzeln hilft anderen, ihre Küche auf Vordermann zu bringen. Dazu bietet er auch Leckereien wie individuell gestaltete Pralinen an und gibt auf seiner Homepage ausgefallene Rezepttipps.

Gemeinsam mit drei Freunden aus Bocholt ist D’Andrea darüber hinaus auf dem besten Weg, mit einer „Schnapsidee“ durchzustarten. Sie haben einen eigenen Gin entwickelt, von dem innerhalb von drei Monaten bereits 1200 Flaschen verkauft wurden. Die Idee dafür entstand beim gemeinsamen Gin-Trinken. Basis der neuen Kreation ist ein Alkohol aus ausgewähltem Weizenkorn mit hohem Malzanteil, der dem Alkohol die Schärfe nimmt und einen milden Geschmack garantiert. Durch die Zugabe von Destillaten aus Wacholderbeeren sowie Kafir-Limetten-Aroma wird daraus der Gin. „Klar, geradeaus, ohne Schnickschnack“ - so beschreibt D’Andrea das Getränk. „Eben typisch norddeutsch“, fügt er schmunzelnd hinzu. Der Vertrieb erfolgt vorrangig übers Internet. In Bocholt ist der Gin außerdem schon in einigen Edeka-Märkten erhältlich. Der 27-Jährige hofft, dass das Getränk demnächst auch in vielen anderen Märkten zu kaufen ist.

Zu D’Andreas Zielen gehören außerdem ein eigener Patissier-Laden, die Eröffnung eines Restaurants und die Veröffentlichung eines Kochbuchs. Das zeigt: Der 27-Jährige ist ein Hansdampf in allen Gassen.

„Kreativität, Können, gute Lehrmeister“ sind seine Erfolgsrezepte für den Weg zum Spitzenkoch beziehungsweise zum herausragenden Patissier. Sein Vorbild ist Jamie Oliver. Aber auch die anderen Spitzenköche wie Tim Mälzer und Co. verfolgt er in ihren TV-Shows. D’Andrea selbst hat es ebenfalls ins Fernsehen geschafft und ist bei Kabel eins häufiger in der Sendung „Abenteuer Leben“ zu sehen.
Das Essen in Restaurants ist übrigens nicht unbedingt sein Fall. „Ich koche lieber selbst“, sagt D’Andrea. So kommt seine Familie zwar nicht in den Genuss der schmackhaften Desserts, profitiert aber zumindest von seinen außergewöhnlichen Kochkünsten.

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