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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 01:01 Uhr

Ein ganz feiner Mechaniker

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ralf Hildebrandt ist seit seinem Schülerpraktikum dem Pinneberger Unternehmen Tempelmann treu

von
erstellt am 26.Mär.2016 | 10:00 Uhr

Wenn Ralf Hildebrandt in einigen Jahren in Rente geht, dann blickt er auf ein erfülltes Berufsleben zurück. So weit, so gut – das tun andere auch. Doch der 59-Jährige kann etwas vorweisen, was heute selten geworden ist. Der Pinneberger ist noch immer in der Firma tätig, in der er als Achtklässler vor 40 Jahren ein Betriebspraktikum absolviert hat. Im Unternehmen Tempelmann Feinwerktechnik an der Flensburger Straße leitet er heute die Qualitätskontrolle, ist zuständig für den Ein- und Ausgang der Waren.

Dass der ehemalige Schüler der mittlerweile im Schulzentrum Nord aufgegangenen Georg-Kerschensteiner-Schule den Berufsweg Feinmechaniker eingeschlagen hat, hat einen ganz pragmatischen Grund. „Mein Onkel war Tischler. Dadurch konnte ich schon alles in Holz und habe deshalb Metall genommen“, sagt er.

Das nötige Know-How eignete er sich schon bei seinem Praktikum an, an dessen Ende das Feilen eines Hammers stand. „Das ist heute noch so bei unseren Praktikanten, die das Werkzeug mit nach Hause nehmen dürfen“, sagt Hildebrandt. Die Bewerbung für die Lehrstelle, bei der sich der 59-Jährige 1971 gegen mehrere Konkurrenten durchsetzte, erfolgte dann handschriftlich. Was inzwischen unvorstellbar ist, war damals üblich – und das noch lange Zeit. „Noch im Jahre 2000 haben wir ernsthaft darüber diskutiert, ob wir handschriftliche Bewerbungen zulassen sollen“, erinnert er sich. Hildebrandt unterschrieb den Ausbildungsvertrag noch am Tag des Vorstellungsgespräches.

Seitdem ist viel Zeit vergangen. Aus dem einstigen Auszubildenden wurde gewissermaßen ein Inventar des Hauses. Von den Dreh-, Fräs-, Bohr- und Gewindeteile, die das Unternehmen täglich an gut 200 Kunden – darunter Firmen aus der Luft- und Raumfahrt sowie Werften, – liefert, verlässt nichts das Werk, ohne dass Hildebrandt sein Einverständnis gegeben hat. Im Zweifelsfall dürfte er sogar seinen Chef überstimmen. „Das kam aber bislang noch nicht vor“, sagt er.

Entspannung vom Berufsalltag findet Hildebrandt beim Reisen – und in seinem Garten. Der 59-Jährige beschäftigt sich mit Aquaristik und hält mehrere Koi-Karpfen in einem Teich. Mit der Zucht der farbenprächtigen Fische hat er sich allerdings noch nicht befasst, will er auch nicht. Es soll ein Hobby zum Ausgleich bleiben und nicht in Freizeitstress ausarten.

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