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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 17:31 Uhr

Ein Fehlalarm kann teuer werden

vom

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kreis Pinneberg | Wedel und Pinneberg tun es schon länger, Elmshorn erst seit Jahresbeginn: Muss die Feuerwehr zu Fehleinsätzen ausrücken, erstellt die Verwaltung einen Gebührenbescheid. Insgesamt 8000 Euro für 25 Alarmierungen hat die Stadt Elmshorn 2013 bislang in Rechnung gestellt. In Wedel, dass bereits seit zehn Jahren Gebühren erhebt, waren es im vergangenen Jahr 22 000 Euro für 54 Einsätze. Die Stadt Barmstedt machte 2170 Euro geltend. Doch niemand muss befürchten zur Kasse gebeten zu werden, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. "Grundsätzlich ist die Befreiung von Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen kostenlos", erläutert ein Mitarbeiter des Wedeler Ordnungsamts.

Die Mehrheit der Fehlalarme verursachen defekte Rauchwarnmelder sowie Brandmeldeanlagen. Zu 68 solchen Einsätzen musste beispielsweise die Pinneberger Feuerwehr in 2012 ausrücken. "13 mal lag gar nichts vor", so Pressesprecher Claus Köster. Was die Gebührenerhebung betrifft, so gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen Rauchmeldern und den hauptsächlich in Betrieben eingesetzten Brandmeldeanlagen. "Wenn ein Rauchmelder piept, ist es gut wenn die Feuerwehr gerufen wird", sagt Köster. Diese Einsätze sind auch definitiv kostenlos. "Es wäre kontraproduktiv, wenn hier Kosten berechnet würden", erläutert Uwe Brandt, stellvertretender Wehrführer aus Wedel. Der Hintergrund: Die Bauordnung des Landes Schleswig-Holstein verpflichtet zum Einbau der Geräte.

Löst hingegen eine Brandmeldeanlage, etwa in einem Betrieb, fälschlicherweise aus, so kann die Verwaltung die Kosten einfordern. 21 mal hat das die Stadt Wedel im vergangenen Jahr getan. "Insgesamt gab es 60 Einsätze die durch Brandmeldeanlagen verursacht wurden. Hauptsächlich waren es Fehlalarme", so Brandt.

Doch warum gibt es so viele unnötige Alarme? Insbesondere bei den Rauchmeldern spielt mangelnde Wartung eine entscheidende Rolle. "Häufig ist einfach die Batterie leer", erläutert Brandt. Folge: Die Melder piepen. "Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute in bessere Batterien investieren", so Brandt. Grundsätzlich ließen sich viele Fehlalarme durch etwas mehr Eigeninitiative und Augenmaß vermeiden, sagt Köster. So genüge häufig ein Blick über den Gartenzaun, um festzustellen, dass der Nachbar lediglich eine Wurst grillt. Zum Verständnis: Pro Einsatz rückt in der Regel mindestens ein Löschzug mit drei Fahrzeugen und 20 Einsatzkräften aus, zudem sind alle Helfer Ehrenamtler. Doch Köster bekräftigt: "Wir als Feuerwehr sind bereit jederzeit zu erscheinen, denn das ist unsere Aufgabe." Er wünsche sich lediglich häufiger einen zweiten Blick.

Ob tatsächlich Gebühren erhoben werden, entscheidet letztlich das Ordnungsamt von Fall zu Fall. Die Feuerwehr meldet lediglich die Einsätze. In Wedel wurden so im vergangenen Jahr für fünf Fahrstuhlöffnungen sowie für die Bergung eines Jetskis Kosten berechnet.

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