Ein Farbfleck im Gemeindeleben

Das Angebot ist vielfältig.
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Das Angebot ist vielfältig.

Eine-Welt-Laden: Vereinsmitglieder setzen sich erfolgreich für Fairen Handel in Rellingen ein / Standort in einer der Kirchenloge

shz.de von
26. Mai 2018, 16:00 Uhr

Mit einem rollenden Wagen voller fair gehandelter Produkte fing alles an. Sigrid Behrmann hatte Anfang der 1990er Jahre die Idee, in Rellingen einen Eine-Welt-Laden zu eröffnen. Heute ist der Laden ein eingetragener Verein und hat seinen festen Platz in einer der Seiten-Logen der barocken Rellinger Kirche. „Wir hatten damals Interesse an Produkten aus fairem Handel,“ erinnert sich Sigrid Behrmann. Behrmann und Annelie Zimmermann sagte der Gedanke zu, dass denjenigen der Lohn der Arbeit zukommt, die die jeweiligen Waren herstellen.

Das Spektrum des Ladens ist breit gefächert. Es reicht von Kaffee, Kakao, Tee, Schokolade und Gewürzen bis hin zu handgefertigten Lederprodukten, Textilien, Schmuck und Spielzeug. „Alle Waren werden nicht von internationalen Konzernen hergestellt und nicht auf brutale Weise vermarktet“ betont Gerald Kropp. Talentierte Fachleute und kleine Betriebe, die keinen Zugang zu Weltmärkten haben, produzieren sie stattdessen mit viel Liebe zum Detail.

Die Idee für das Projekt entstand bei einem Treffen der Gruppe „Brot für die Welt“. Der Gedanke der Bewahrung der Schöpfung innerhalb des Gesprächskreises habe für die Initiatoren eine bedeutende Rolle gespielt. Pastor Erich Rüppel zeichnete für die Gruppe verantwortlich. Als Sigrid Behrmann und weitere Engagierte beschlossen, den Laden zu eröffnen, baute Rainer Reinike einen Kasten auf Rollen. Die Projekt-Beteiligten schoben den Wagen Anfang der 90er Jahre, beispielsweise bei Weltgebetstagen, in die Kirche.

Der Verein ist gut vernetzt – unter anderem mit der Gruppe Agenda 21 der Lutherkirche sowie dem Rellinger „Frauentreff“ rund um die Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann. „Dort gibt es eine tolle Bildungsarbeit“, erläutert Inge Dithmer. Marile Schulz gehe in Schulen und Kindergärten, um über die für Genuss und Exotik behafteten Fair-Trade-Produkte aus aller Welt zu informieren.

Der Verein zählt derzeit ein Dutzend Mitglieder. „Wenn wir Veranstaltungen begleiten, benötige ich viele helfende Hände“, berichtet Inge Dithmer. Ihre Vereinskollegin Behrmann legt Wert darauf, die Menschen über die uanter menschenwürdigen Produktionsbedingungen gefertigten Waren zu informieren. „Mit unserem Vorhaben haben wir inzwischen eine größere Akzeptanz als noch vor einigen Jahren“, berichtet Burkhard Brauer. Sein Vereinskollege Kropp bezeichnet den Laden als prägenden Farbfleck im Gemeindeleben.

Das Team trifft sich ein- bis zweimal im Jahr, um Aktivitäten, wie die Begleitung des Maifestivals, zu planen. Die Erlöse aus dem Laden gehen an „Brot für die Welt“ und diverse, wechselnde soziale Projekte. Die Ehrenamtler erwirtschaften pro Jahr einen Umsatz von etwa 4000  Euro, in 20 Jahren kommen 80 000 Euro an Spenden zusammen. Neue Mitglieder sind im Eine-Welt-Laden immer herzlich willkommen. Die Öffnungszeiten sind donnerstags 18 bis 19 Uhr und von Juni bis September auch sonntags von 14 bis 17  Uhr.


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