zur Navigation springen

Innenaufzug findet Befürworter : Ein Fahrstuhl für das Kreiskulturzentrum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Denkmalschützer und Architekt finden, dass man das Barockgebäude von Innen barrierefrei machen sollte.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2016 | 15:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Barrierefreiheit des Kreiskulturzentrums, der Drostei in Pinneberg, ist ein Thema, das die Politiker des Kreises Pinneberg noch längere Zeit beschäftigen wird. Zur jüngsten Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Schule, Kultur und Sport am Donnerstagabend hatte Ausschussvorsitzende Kerstin Seyfert (CDU) den Architekten Horst von Bassewitz sowie Berthold Köster vom Denkmalpflegeamt des Landes Schleswig-Holstein und Annelie Fesser von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Kreis Pinneberg eingeladen. Sie sollten den Ausschussmitgliedern eine Experteneinschätzung dazu geben, ob und wie ein Aufzug in das denkmalgeschützte Barockgebäude eingebaut werden kann.

Die von den Politikern bereits während der vorangegangenen Sitzungen diskutierte Lösung, einen Außenaufzug neben dem Gebäude zu bauen, lehnten sowohl von Bassewitz als auch die Denkmalschützer ab. „Ich bin der Meinung, es gibt nur zwei Standorte, über die es sich zu diskutieren lohnt“, sagte der Architekt. Bei beiden müssten die Rollstuhlfahrer über einen Seiteneingang zum Kellergeschoss in das Gebäude gelangen. Von dort kämen sie dann in einen Aufzug, der in einen der kleineren Räume gebaut werde. Eine der Varianten, die von Bassewitz vorstellte, hätte jedoch zur Folge, dass die gesamte Haustechnik umgebaut werden müsste. „Das hätte mindestens eine einjährige Schließung der Drostei zur Folge“, sagte er.

Die vom Architekten bevorzugte Variante führt durch das Landratszimmer. Dafür müsste allerdings ein Teil der Rokoko-Decke aufgegeben werden. „Eine Wunder gibt es immer“, sagte von Bassewitz, allerdings könne der Kreis Pinneberg seiner Meinung nach aufgrund der Gesetzeslage nicht darauf verzichten, das Gebäude barrierefrei zu machen.

Die Variante des Innenaufzugs sei aus denkmalfachlicher Sicht vertretbar, urteilte Köster. „Dass dafür die Stuckdecke geopfert werden muss, ist zwar unglücklich, aber wir sind ja keine Paradiesvögel, die im goldenen Käfig rumflattern“, sprach er sich für die Barrierefreiheit aus. Ein Außenaufzug hingegen würde die gesamte Optik des barocken Gebäudes zerstören. Und er sei anfällig für Vandalismus. Diese Lösung halte er deshalb für unwahrscheinlich, zumal der Umbau der Drostei eine Präzedenzfall für andere Denkmäler werden könnte.

Die Politiker müssten sich als nächstes entscheiden, ob sie eine Machbarkeitsstudie für das Projekt in Auftrag geben. Sie baten jedoch darum, das Thema zunächst in den Fraktionen zu beraten. Werner Harms (FDP) beantragte zudem, zu überprüfen, ob nicht eine Treppenhilfe für Rollstühle eine Alternative sei.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen