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Urteil gegen Benjamin T. und Marcel E. : Ein Elmshorner Räuber muss ins Gefängnis

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach zwei Raubüberfällen muss Benjamin T. drei Jahre hinter Gitter. Marcel E. wird wegen Beihilfe zu 13 Monaten verurteilt.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Elmshorn/Itzehoe | Im Januar 2013 hatte Benjamin T. zwei Raubüberfälle in Elmshorn begangen – zunächst am 16. Januar auf eine Eisdiele, sechs Tage später auf eine Tankstelle. Diesen Dienstag musste sich der 25-Jährige dafür vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Itzehoe verantworten und gestand, wie bereits zuvor bei der polizeilichen Vernehmung im Februar vergangenen Jahres, die Taten so begangen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft sie in ihrer Anklageverlesung schilderte. Auch der 24-jährige Marcel E., den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe am zweiten Überfall angeklagt hatte, legte ein Geständnis ab.

T. berichtete vor Gericht, dass er im Januar vergangenen Jahres gemeinsam mit E. in einer Wohnung gelebt habe. Beide Männer hätten zu diesem Zeitpunkt Heroin konsumiert, das Geld sei immer knapp gewesen. Am 16. Januar habe T. einen derartigen „Suchtdruck“ verspürt, dass er nach einer Möglichkeit gesucht habe, an Geld zu kommen. So habe er sich den Gasrevolver seines Mitbewohners genommen, eine Motorradsturmhaube eingepackt, Kleidung angezogen, die er sonst nie trug, und sich in die Elmshorner Innenstadt begeben. Dort sei er zunächst eine Stunde umhergegangen, ehe er den Entschluss gefasst habe, ein Eiscafé an der Marktstraße zu überfallen.

In der Eisdiele habe T. den Angestellten mit der Pistole bedroht, er solle ihm Geld geben. Dabei sei T., so schilderte es der Angstellte als Zeuge vor Gericht, ihm immer näher gekommen, bis er schließlich hinterm Tresen gestanden habe, wo das Kellnerportemonnaie mit zirka 150 Euro lag. Dieses habe T. ergriffen und sei geflüchtet. „Er war so schnell weg, da konnte man gar nicht gucken“, sagte der Zeuge, der dem Fliehenden einen Korkenzieher hinterhergeworfen habe.

Wann der zweite Überfall geplant worden sei, daran konnte sich E. nicht erinnern. T. habe ihm vom Überfall auf die Eisdiele erzählt und als das Geld wieder knapp wurde, hätte er vorgeschlagen, erneut einen Laden auszurauben. Zunächst habe E. nicht mitmachen wollen, denn „er hat nicht die Eier dazu“, wie sein Verteidiger dem Gericht mitteilte. Doch dann habe er sich darauf eingelassen und die Tankstelle beobachtet, um T. per Mobiltelefon darüber zu informieren, sobald niemand außer der Angestellten im Laden war. Wieder sei T., wie er selbst schilderte, mit Sturmmaske und Gasrevolver in den Verkaufsraum gegangen und habe von der Angestellten Geld gefordert. Diese habe ihm zunächst 15 Euro aus ihrer Hosentasche gegeben. Dass sie die Kasse nicht aufbekäme, habe T. ihr jedoch nicht geglaubt. Er habe sie deshalb heruntergeschmissen, dabei sei sie aufgegangen und er habe zirka 250 Euro erbeuten können.

Ein Kriminalhauptkommissar, der ebenfalls aussagte, berichtete, dass die Polizei zunächst im Dunkeln gestochert habe. Die Beamten seien auch nur von einem Täter ausgegangen, doch ein Radfahrer, der zufällig während des Überfalls auf die Tankstelle mit einer sogenannten Action-Kamera unterwegs war, habe T. fliehen sehen. Da ihm dieser seltsam vorkam, habe er ihn verfolgt und auf seiner Kamera festgehalten, wie die beiden Männer kurz darauf aufeinandertrafen. Letztlich habe ein Polizist, der die Bilder aus der Tankstelle kannte, die beiden Männer gesehen, sodass es zur Festnahme und so zum Geständnis gekommen sei.

T., der bereits in Untersuchungshaft saß, erhielt wegen zweifachen schweren Raubs eine Freiheitsstrafe in Höhe von drei Jahren. Diese soll er teilweise in einer Entziehungsklinik verbringen. „Es ist im Ganzen mild ausgefallen“, sagte der Richter dazu. E. erhielt wegen Beihilfe eine Freiheitsstrafe von 13 Monate, ausgesetzt auf Bewährung, und muss sich wegen seines Drogenkonsums einer Selbsthilfegruppe anschließen.

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