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Halstenbek : Ein Bürgervorsteher, der durchhält

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rekord: Otto Sajitz (CDU) ist zehn Jahre im im Amt als Erster Bürger. Seit 1948 ist er der zehnte oberste Repräsentant von Halstenbek.

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erstellt am 03.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Halstenbek | In wenigen Wochen jährt sich die Amtszeit von Halstenbeks Bürgervorsteher Otto Sajitz zum zehnten Mal. Kein Vorgänger in der Geschichte des Amts seit 1948 war länger im Amt als der Christdemokrat. Im Gespräch mit dieser Zeitung verrät der 49-Jährige Details über seinen ersten Tag, die Gemeindeordnung unterm Kopfkissen, über Amtsmüdigkeit, Tabus und Vorbilder.

Herr Sajitz, in diesem Monat sind Sie zehn Jahre im Amt als Bürgervorsteher. Ein Rekord in der langen Geschichte des Amts in Halstenbek mit zahlreichen Vorgängern. Was war Ihre erste Amtshandlung am ersten Tag?
Otto Sajitz: Als erste Amtshandlung in den ersten Tagen als Bürgervorsteher habe ich einer Halstenbeker Bürgerin im Mittelstieg zum 90. Geburtstag gratulieren dürfen. Am darauf folgenden Sonnabend habe ich das Mediationsverfahren zur eingestürzten Sporthalle an der Feldstraße begleitet.

Gleich zu Beginn des Gesprächs eine spontane Herausforderung: Zählen Sie bitte alle Kollegen mit deren Amtszeit auf .  .  .
Da muss ich kurz überlegen. Erster Bürgervorsteher Halstenbeks war Hermann Ludt (1948-1962), es folgten Ernst Seemann (1962-1966), Albert Goldschmidt (1966-1970), Herbert Schulz (1970-1974), Hans-Dieter Tews (1974-1978), Wolfgang Günther (1978-1987). Meine direkten Vorgänger waren Dieter Birnkraut (1987-1994), Hans-Jürgen Peter (1994-1998) und Joachim Hartig (1998-Februar 2005).

Warum wechselten nach Ihrer Meinung so häufig die Würdenträger?
Einer der Gründe ist die sich wandelnde Bevölkerungsstruktur Halstenbeks, die eher städtischen als ländlichen Charakter hat. Dieses spiegelt sich auch in den Parteien wider.

Der Job ist ein Ehrenamt, den Sie neben Ihrem Beruf als Gärtner gewissenhaft absolvieren. Wieviel Stunden in der Woche opfern Sie im positiven Sinn Ihre Freizeit den Halstenbekern?
Die Stunde, die ich ehrenamtlich für die Gemeinde tätig bin, zähle ich nicht. Ich wünschte mir, mehr machen zu können.

Was sind eigentlich die Hauptaufgaben als Bürgervorsteher?
Die Hauptaufgabe des Bürgervorstehers ist die Einberufung und Leitung der Gemeindevertretung. Zusammen mit der Bürgermeisterin repräsentiere ich die Gemeinde nach innen und außen. Als CDU-Mitglied sind Sie als Vorsitzender des Gemeinderats auch der Neutralität und des Ausgleichs verpflichtet. Ähnlich wie ein Bundestagspräsident, der Streithähne in ihre Grenzen weisen muss. Kommen da schon mal Gewissensbisse, wenn Sie sich gegen Ihre Parteifreunde stellen müssen?
Nein.

Ihre Frau Kirsten ist Fraktions- und Parteichefin der CDU Halstenbek. Sind politische Gespräche am Abendbrottisch tabu?
Sicherlich finden bei uns zu Hause viele Gespräche über die Kommunalpolitik statt, aber nicht bei den Mahlzeiten. Da wir zusammen mit unseren fünf Kindern essen und diese noch nicht so viel Interesse an Politik haben, drehen sich hier die Gespräche um andere Themen.

Sie müssen Eröffnungsreden halten, man sieht Sie bei Goldenen und Eisernen Hochzeiten. Sie repräsentieren die Gemeinde nach außen. Wie oft müssen Sie trotzdem Verpflichtungen an Ihre beiden Stellvertreter Jürgen Boller (SPD) und Ines Strehlau (Grüne) delegieren?
In der Woche ist es mir tagsüber eher selten möglich, außer im Urlaub, Termine wahrzunehmen. Da bitte ich dann meine Stellvertreter, diese Termine wahrzunehmen.

Liegt die Gemeindeordnung bei Ihnen unterm Kopfkissen?
Nein, sie steht neben anderen wichtigen Unterlagen im Regal. Es ist immer wieder erforderlich, in der Gemeindeordnung nachzulesen, da sich durch den Gesetzgeber laufend Änderungen ergeben.

Was tun Sie gegen Amtsmüdigkeit?
Die Tätigkeit in Halstenbek ist spannend und abwechslungsreich, wie Sie sicherlich bestätigen können. So kann eine Amtsmüdigkeit gar nicht erst auftreten.

Ihr ehemaliger Rellinger Kollege Albert Hatje (88) ist ein Rekordträger in Sachen Bürgervorsteher von 1989 bis 2013. Wollen Sie an seiner Rekordmarke kratzen?
Albert Hatje ist ein leuchtendes Vorbild für alle Bürger und insbesondere für die ehrenamtlich Tätigen. Mit meinen 49 Jahren würde ich niemals über einen Vergleich mit Herrn Hatje nachdenken. Wie lange ich im Amt sein werde, entscheiden die Bürger Halstenbeks und die Mitglieder der CDU.
 

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