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Ein kunterbuntes Haus : Ein Besuch im Geschwister-Scholl-Haus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wer geht eigentlich im Geschwister-Scholl-Haus ein und aus? Und was hat das Jugendzentrum zu bieten? Praktikantin Sina Casper hat sich dort umgeschaut – und ist von der Fülle des Angebots überwältigt.

Pinneberg | Es ist ein buntes Haus der Musik, der Integration und der Events. Ein Ort zum Treffen, Austauschen und miteinander leben. Im Geschwister-Scholl-Haus (GSH) ist immer etwas los. Das Pinneberger Jugendzentrum in der Bahnhofsstraße 8 ist seit 1984 ein Anlaufpunkt für die Jugendlichen in der Region. „Im GSH soll jungen Menschen ein Freiraum geboten werden und so die aktive Jugendkultur gefördert werden“, sagt Hausleiter Jens Schmidt.

Die Rahmenbedingungen dafür sind vorhanden: Zur Verfügung stehen ein Saal, eine Cafeteria, Werkstätten und Seminarräume. Diese werden auch von unterschiedlichen Gruppen des Gemeinwesens aus Pinneberg genutzt, wie der Lebenshilfe, Schulen oder Vereinen.

Instrumente und Proberäume: Das Haus ist auch Keimzelle des beliebten und kostenlosen Pinneberger Open-Air Festivals Wake-up Pi auf der Drosteiwiese. Dass etwa bekannte Musiker wie die Hamburgerin Anna Guder, die mit dem Prince-Song „Kiss“ in der S-Bahn einen Internet-Hit landete, nach Pinneberg kommen, ist auch Joe Ratelbeck zu verdanken. Er ist im GSH als Schlagzeuglehrer und professioneller Bandcoach zuständig. Unter anderem betreut er eine Flüchtlingsband, die Rock 4 Refugees. Auf die Frage, ob die verschiedenen Sprachen ein Hindernis seien, sagt Ratelbeck: „Musik vermittelt über die verschiedenen Sprachen hinweg und es ist ein Teil der Integration den Kulturaustausch zu fördern. So lernen ich und die Jugendlichen auf beiden Seiten dazu.“

Gefördert werden soll auch der Pinneberger Rocknachwuchs. Der Band-Proberaum kann wöchentlich für zwei Stunden gemietet werden – kostenlos. Er ist ausgestattet mit Drumset, Bass, Gitarre, Keyboard, Mikrofonen, diversen Verstärkern und einer kleinen Anlage. Bands des GSH haben auch die Chance, beim Wake-up Pi aufzutreten. Und: professionelle Aufnahmen sind möglich, denn das GSH verfügt über ein kleines Studio.

Das kostenlose Pinneberger Open-Air Festival Wake up Pi findet jedes Jahr Anfang September statt, dieses Jahr am Sonnabend, 9. September, von 14 bis 22 Uhr und wird von den Veranstaltern beschrieben mit „Umsonst und Draußen“. Zum 17. Mal holen das GSH und die vielen freiwilligen Helfer Bands auf die Drosteiwiese im Zentrum Pinnebergs. Durchschnittlich jubeln bis zu 2000 Besucher, etwa zehn  Acts treten auf. Mehr Informationen zum Wake up Pi lesen Sie demnächst im Pinneberger Tageblatt.

Räume zum Abhängen: Wer keine Lust auf Musik hat, findet im GSH einfach Räume zu Abhängen, wie zum Beispiel das offene Foyer. Dort können sich Jugendliche fünf Tage die Woche auf Sofas setzen oder Tischtennis und Tischkicker spielen. Viermal in der Woche lädt das GSH-Team in die Chillout Lounge ein, dann werden Billard oder Brettspiele gespielt. Wer mehr Lust hat, anzupacken, ist in der Fahrradwerkstatt richtig: Dort werden ehrenamtlich Reifen geflickt oder Lampen ausgetauscht. Wer gern in Rollen schlüpft, gehört zum Ensemble der Theater-AG. Wer sich mehr für Technik interssiert, ist beim Event-Team dabei, das für Licht und Ton während der Veranstaltungen sorgt. Das Jahresprogramm des GSH ist vielseitig: Von Konzerten, Partys und Festen, Turnieren, Ausstellungen bis hin zu Kinos, Bühnenabenden und Poetry Slams ist alles dabei.

Es gibt im Jugendzentrum sogar eine Fahrradwerkstatt, die Werkzeug für sämtliche Reparaturen bereithält.
Es gibt im Jugendzentrum sogar eine Fahrradwerkstatt, die Werkzeug für sämtliche Reparaturen bereithält. Foto: Sina Casper
 

Hier findet Integration statt: Das GSH ist offen für alle – auch für jene, die neu angekommen sind. Für Flüchtlinge wird viel getan im Jugendzentrum: Integrationskurse, Deutschnachhilfe, das Sprachmittlerprojekt und das Projekt Frei-Zeit werden angeboten. Letztere helfen zugewanderten Jugendlichen, sich zurechtzufinden. Während der „Frei-Zeit“ freitags in der Zeit von 16 bis 17.30 Uhr wird das Haus an der Bahnhofstraße zu einem Begegnungscafé, wo sich junge Menschen – egal, woher sie kommen – austauschen.

Haus bevölkern, Räume nutzen: Das GSH – ein kunterbuntes Haus. Hier ist Leben erwünscht. Deshalb vergibt das Team auch gern Räume an Gruppen oder andere. Genutzt werden können unter anderem die Küche, der verspiegelte Tanz- und Theaterprobenraum, der Veranstaltungsraum und der PC-Raum. Hausleiter Jens Schmidt gibt gern unter Telefon 04101-24917 Auskunft.

Die Chillout Lounge schafft eine gemütliche Atmosphäre, um Zeit mit Freunden zu verbringen.
Die Chillout Lounge schafft eine gemütliche Atmosphäre, um Zeit mit Freunden zu verbringen. Foto: Sina Casper
 

Übrigens nicht nur zu den Nutzungsmöglichkeiten, sondern auch bei Lebensfragen. Schmidt ist schließlich Diplom-Pädagoge und Psychologe. Er hilft, ebenso wie andere Mitarbeiter des GSH, gern bei Problemen. Egal, ob es um Jobfragen oder Stress in der Schule oder zu Hause geht – im GSH finden Jugendliche Hilfe und professionelle Ansprechpartner.

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