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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 17:54 Uhr

„Ein Berufliches Gymnasium reicht“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

SPD-Fraktion informiert sich über mögliche Oberstufe an der Kreisberufsschule in Pinneberg / Bedarf ist durch Elmshorn gedeckt

Die SPD-Fraktion des Pinneberger Kreistags hat sich gestern bei der Schulleitung der Kreisberufsschule Elmshorn darüber informiert, ob ein zweites Berufliches Gymnasium im Kreis Pinneberg sinnvoll sei. „Ein Berufliches Gymnasium reicht“, lautete das Fazit, das SPD-Fraktionschef Hans-Helmut Birke nach dem Gespräch zog.

Hintergrund des Gesprächs war ein Antrag der Kreisberufsschule Pinneberg. Diese würde gern ebenfalls eine Oberstufe anbieten und hatte sich dazu an das Bildungsministerium in Kiel gewandt. Dieses wird auch über den Antrag entscheiden. Allerdings darf der Kreis Pinneberg eine Entscheidungsempfehlung abgeben. Im Dezember hatte die Kreisverwaltung dem Ausschuss für Schule, Kultur und Sport des Pinneberger Kreistags ihre Stellungnahme vorgelegt. Darin kam sie zu dem Ergebnis, dass ein zweites Berufliches Gymnasium sich nicht lohnen würde, da in den kommenden Jahren mit einer sinkenden Schülerzahl zu rechnen sei.

Die Verwaltungseinschätzung reichte den Kreispolitikern für ihre Bewertung noch nicht aus. Am Donnerstag, 11. Februar, wollen sie im Schulausschuss erneut über das Thema diskutieren. „Wir werden uns dann gegen eine Oberstufe an der Kreisberufsschule Pinneberg aussprechen“, kündigte Birke bereits an.

Das Berufliche Gymnasium der Kreisberufsschule in Elmshorn könne die Nachfrage derzeit gut befriedigen, sagte Schulleiterin Margarete Weber gestern. „Wir haben alle Schüler, die zu uns kommen wollen, aufnehmen können“, sagte sie. Von den 180 angebotenen Plätzen, seien knapp 170 besetzt, erläuterte sie.

Frank May, der das Berufliche Gymnasium in Elmshorn koordiniert, ergänzte, dass es auch keinen fachlichen Bedarf gebe, der ein weiteres Berufliches Gymnasium in Pinneberg rechtfertigen würde. „Es stand im Raum, dass dort die Fachrichtung Gesundheit angeboten werden könnte, die wir derzeit nicht anbieten. Aber eigentlich ist das für die Schüler nicht relevant, denn ihr Abschluss wäre sowohl dort als auch hier die Allgemeine Hochschulreife“, sagte er.

Hinzu kämen wirtschaftliche Aspekte, die die Errichtung eines zweiten Beruflichen Gymnasiums nicht rechtfertigen würden, erläuterte Nicolai Overbeck, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. „Da es nicht mehr Schüler gebe, hätten wir dann zwei kleine Berufliche Gymnasien statt einer mittelgroßen Schule“, sagte er. Der Kreis Pinneberg müsste die Ausstattung anschaffen, die dann doppelt benötigt würde. Zudem wären die kleinen Schulen weniger flexibel, wenn es darum ginge, Unterrichtsstunden zu verschieben oder Kurse zusammenzufassen. „Wir können auch flexibel auf die Schülerzahl reagieren, denn wir haben jahrelange Erfahrung“, sagte Weber. „Aber ein Berufliches Gymnasium stampft man nicht aus dem Boden.“

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erstellt am 06.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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