Ein Abgang in Würde

Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) hat am Donnerstag den scheidenden ehrenamtlichen Stadtrat Klaus Seifert (CDU) verabschiedet.
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Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) hat am Donnerstag den scheidenden ehrenamtlichen Stadtrat Klaus Seifert (CDU) verabschiedet.

Klaus Seyfert (CDU) tritt in der Ratsversammlung von seinem Amt als ehrenamtlicher Erster Stadtrat zurück

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28. September 2019, 16:24 Uhr

Pinneberg | Als der Tagesordnungspunkt sieben auf der Sitzung der Ratsversammlung am Donnerstagabend aufgerufen wurde, trat augenblicklich gespannte Ruhe ein, denn es ging um den Wechsel im Amt des ersten Stadtrates und damit um einen sehr emotionalen Moment. Eingeleitet wurde der formelle Vorgang, indem der scheidende ehrenamtliche erste Stadtrat Klaus Seyfert (CDU) vor der Ratsversammlung offiziell seinen sofortigen Rücktritt erklärte.

Hintergrund: Seyferts Nachfolger, Stefan Bohlen (Foto), wurde von der Ratsversammlung am 27. Juni zum hauptamtlichen Stadtrat auf sechs Jahre gewählt. Danach hat nach der Gemeindeordnung die Wahl von Stadtrat Bohlen zum Ersten Stellvertreter der Bürgermeisterin zu erfolgen. Das war für Donnerstag geplant. Voraussetzung dafür ist zudem, dass das Amt als Erster Stadtrat des bisherigen Amtsinhabers gesondert beendet wird.

Die Personalie war übrigens umstritten. Wäre Seyfert nicht freiwillig zurückgetreten, hätte die Ratsversammlung ihn abwählen müssen.

Seyfert hatte das erste Wort in der Ratsversammlung: Er bedankte sich in seiner Rede für die langjährig gute Zusammenarbeit, insbesondere bei der Verwaltung und dessen Fachabteilungen. In einem Rückblick auf seine politische Karriere, die im Jahr 1986 begann und sich 1994 mit der Wahl zum Ratsmitglied fortsetzte, erinnerte er sich an das turbulente Jahr 2012, als er für sieben Monate, nach dem plötzlichen Weggang der damaligen Bürgermeisterin Kristin Alheit (SPD) nach Kiel, deren Amt quasi über Nacht übernehmen musste: „Nicht nur die schwierigen Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2013 standen an, insbesondere hatten wir zwei schwergewichtige politische Themen zu schultern, den Bau der Westumgehung und den Kauf des ehemaligen Kasernengeländes Eggerstedt.“ Und, fast nebenbei, konnte Seyfert durch seine Mitarbeit zu dieser Zeit sogar noch den Weihnachtsmarkt aus der Taufe heben. Von den Lesern unserer Zeitung wurde er deswegen als „Mensch des Jahres 2012“ ausgezeichnet.

Seyfert, der im Jahre 2003 erstmals zum ehrenamtlichen ersten Stadtrat gewählt wurde, beschrieb seine Amtszeit so: „Ich habe mein Amt stets verantwortungsvoll ausgeübt, dabei standen die Interessen der Bürger Pinnebergs für mich zu jeder Zeit im Vordergrund.“

Von der Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) erhielt Seyfert eine Urkunde, die ihn von den Verpflichtungen seines Amtes entbindet. Danach bedankte sie sich in einer Rede bei ihm: „Ich konnte mich immer auf Sie verlassen, besonders in der Zeit meiner Amtsübernahme. Ich freue mich, dass wir Sie nicht als Person in der politischen Arbeit der Stadt verlieren.“

Auch Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk (CDU) fand lobende Worte für Seyfert: „Du hast dich um Pinneberg verdient gemacht, ich habe deine direkte und lösungsorientierte Art immer zu schätzen gewusst.“ Ebenfalls von allen Fraktionen erhielt Seyfert durch deren Sprecher großen Beifall und Dank für sein Engagement als streitbarer, aber auch pragmatischer Politiker, der sich um das Ehrenamt als Politiker verdient gemacht hat.

Zum Ersten Stellvertreter der Bürgermeisterin wurde Bohlen am Donnerstag bei sieben Enthaltungen aus den Reihen der Fraktionen der SPD und den Bürgernahen gewählt. Zuletzt war Bohlen seit 2018 im Amt Nordsee-Treene als leitender Verwaltungsbeamter tätig. Vor der Ratsversammlung legte der im Jahr 1982 in Wilhelmshaven geborene Bohlen nach den vorgeschriebenen Worten der Bürgervorsteherin di Racca-Boenigk den Amtseid ab.

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