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Schüleraktion in Wedel : Eichenbäume für den Frieden

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schüler im Kunstprojekt Barlach Go Young führen Aktion von John Lennon fort. Zehn Päckchen an Politiker verschickt.

Wedel | Mit Kunst ein Zeichen für den Frieden setzen: Das haben sich 28 Schüler aus dem südlichen Kreis Pinneberg vorgenommen. Sie ließen sich von einer Aktion inspirieren, die der ermordete Beatles-Sänger John Lennon und seine Frau Yoko Ono 1969 ausgedacht hatten: Die beiden schickten Eicheln an mehr als 123 Staatsoberhäupter – mit der Aufforderung, Friedenseichen zu pflanzen. Die Jugendlichen haben nun zehn Päckchen mit Eicheln an deutsche Politiker verschickt.

Die Aktion ist Teil des Projekts Barlach Go Young im Wedeler Ernst Barlach Museum. Darin lassen sich die Schüler zu Museumsbotschaftern ausbilden. Thematisch geht es um „Krieg und Frieden“ sowie „John Lennon“, dem derzeit eine Ausstellung im Museum gewidmet ist. Den Eicheln liegt ein Begleitbrief mit der Bitte an die Politiker bei, sie einzupflanzen. „In ein paar Wochen werden wir nachfragen, was aus den Eicheln geworden ist“, sagt Saphira (15), Schülerin aus Pinneberg.

„Was wir gemacht haben, ist Kunst. Es geht um Symbolik. Wir alle wissen natürlich, dass ein paar gepflanzte Eichen nicht den Weltfrieden bringen“, sagt Heike Stockhaus, Leiterin des Museums und treibende Kraft hinter dem Projekt Barlach Go Young. Es gehe vor allem darum, das Thema Frieden immer wieder in die Öffentlichkeit zu tragen. Doch auch die Schüler selbst scheint die Aktion weiterzubringen. „Man wird sich bewusst, wie man anderen das Thema näherbringen kann“, sagt Franzi (15) aus Hetlingen.

Friedenssaat für Staatenlenker: Schüler aus dem Kreis Pinneberg haben in dem Projekt Barlach Go Young Eicheln an Politiker verschickt. In dem Päckchen liegt auch ein Brief mit der Bitte, an deren Dienstsitz einen Baum zu pflanzen.  (Foto: Thieme)
Friedenssaat für Staatenlenker: Schüler aus dem Kreis Pinneberg haben in dem Projekt Barlach Go Young Eicheln an Politiker verschickt. In dem Päckchen liegt auch ein Brief mit der Bitte, an deren Dienstsitz einen Baum zu pflanzen. (Foto: Thieme)
 

Mit dem Terror in Paris ist das Friedensprojekt unerwartet aktuell geworden. „Wir werden beim nächsten Treffen darüber sprechen, was die Ereignisse mit uns machen. Aber die Anschläge werden unsere Projektarbeit nicht dominieren. Wir wollen keine depressive Stimmung. Statt dessen soll es um Perspektiven für die Zukunft gehen“, sagt Stockhaus. Lennon und Ono hatten mit ihrer Aktion 1969 weltweit Interesse geweckt. Sie selbst pflanzten zwei Bäume im englischen Coventry, dessen Innenstadt 1940 von den Nazis zerstört worden war. Heute ist Coventry Partnerstadt Kiels.

HINTERGRUND Barlach Go Young

Barlach Go Young ist ein Jugendprojekt des Ernst Barlach Museums in Wedel. Es richtet sich an Schüler zwischen 14 und 18 Jahren und ist für alle Jugendlichen aus Wedel und Umgebung offen. Das Pilotprojekt im Schuljahr 2014/2015 lief unter dem Motto „Haben oder Sein“. Neun Schüler hatten sich beteiligt. Im Schuljahr 2015/2016 steht das Projekt mit 28 Beteiligten unter dem Motto „Gestalten einer besseren Zukunft – Utopie?“ Barlach Go Young soll die Schüler zu Museumsbotschaftern ausbilden. Sie beschäftigen sich mit einem Schwerpunktthema sowie  mit Museumsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Bis zum Frühjahr treffen sich die Teilnehmer einmal wöchentlich und an einigen Sonnabenden zu Workshops. Beteiligt sind Schüler folgender Schulen: Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule Wedel, Gebrüder-Humboldt Gemeinschaftsschule Wedel, Johann-Rist-Gymnasium Wedel, Berufliche Schule des Kreises Pinneberg, Grund- und Gemeinschaftsschule Quellental Pinneberg. thi

INFO Die Adressaten

Die Schüler im Projekt Barlach Go Young haben zehn Päckchen verschickt. Sie gehen an Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Finanzminster Wolfgang Schäuble, Wirtschaftsminister Siegmar Gabriel, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Schlewig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, an Landesjustizministerin Anke Spoorendonk und an den bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

 
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erstellt am 19.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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