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Bundeswehr : Ebola-Helfer werden in Appen ausgebildet

vom
Aus der Onlineredaktion

Diese Woche werden die ersten Helfer der Bundeswehr auf ihren Einsatz in Westafrika vorbereitet. Dabei spielt Schleswig-Holstein eine entscheidende Rolle.

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erstellt am 20.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Appen | Die kleine Gemeinde Appen im Kreis Pinneberg hat noch nicht einmal 5000 Einwohner, bisher prägte Landwirtschaft das Dorfbild. Ab dieser Woche bekommt der Ort noch eine andere wichtige Bedeutung. Appen spielt eine besondere Rolle bei der deutschen Hilfe zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie: Das bundesweit zentrale Trainingscamp für freiwillige Helfer findet in der Marseille-Kaserne statt.

Von Montag bis Freitag finden zwei Kurse statt. Laut Bundeswehr werden 20 Helfer als „Sanitätspersonal in der Diagnostik/Therapie“ und als „Personal mit unmittelbarem Kontakt/im Umfeld zu Infizierten“ ausgebildet. Sie werden zum Beispiel als Leichenbergeteams, zur Patientensortierung, als Techniker oder Logistiker geschult.

Auf dem Lehrplan steht vor allem der richtige Umgang mit der Schutzausrüstung. So wird das An- und das Ausziehen sowie der Umgang mit den Ganzkörperschutzanzügen geprobt. Außerdem werden die Teilnehmer ausführlich über das Krankheitsbild von Ebola, aber auch über das Einsatzland und die Einwohner informiert. Einen Teil der Ausbildung werden nach Angaben des Hamburger Abendblatts Spezialisten des Hamburger Bernhard-Nocht-Institutes (BNI) übernehmen.

Mit dem BNI arbeitet das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg eng zusammen. Dort sollte ursprünglich die Schulung stattfinden. Weil die Teilnehmer dort aber nicht übernachten konnten, wurde Appen als Ausbildungsstandort gewählt. In der Marseille-Kaserne in Appen befindet sich die Unteroffizierschule der Luftwaffe. Daher ist die Ausbildungsinfrastruktur vorhanden.

Nach einem Aufruf von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) waren rund 3400 E-Mails von Freiwilligen im Ministerium eingegangen. Zwei Drittel davon seien bislang ausgewertet worden, erklärte die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums. In der vergangenen Woche hatte die Bundeswehr nach eigenen Angaben Rückmeldungen von 565 Personen, die für einen Einsatz in Afrika infrage kommen. Das Ministerium plant, die Helfer alle vier Wochen auszuwechseln. Die Bundeswehr geht davon aus, dass die ersten Soldaten Mitte oder Ende November ihren Einsatz beginnen. Gemeldet hatten sich militärische und zivile Mitarbeiter, aber auch Reservisten. Für den Fall, dass sich Helfer mit dem gefährlichen Virus anstecken, will die Bundeswehr ihren „MedEvac“-Airbus Isolierzellen ausstatten. 20 Zellen sollen zunächst angeschafft werden. Hier liefen „letzte Tests“, sagte die Sprecherin.

Am Wochenende waren Experten von Bundeswehr und Deutschem Roten Kreuz aus den Ebola-Gebieten zurückgekehrt. Sie sollen Informationen über den genauen Umfang des medizinischen Unterstützungsbedarfs sowie mögliche Orte für die geplante Hilfseinrichtung in der liberianischen Hauptstadt Monrovia und Umgebung liefern. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse soll das weitere Vorgehen geplant werden.

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