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Anwohnerprotest in Pinneberg : Durchstich der Memeler Straße zur Königsberger Straße

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Lasst die Finger von dieser Straße“: Stadt plant Durchstich der Memeler Straße zur Königsberger Straße. Unterschriften gesammelt.

Pinneberg | Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Gepflegte Häuser, gestutzte Hecken und Sträucher. In der Memeler Straße ist die Welt noch in Ordnung. Dort lässt es sich leben. Noch. Denn am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Die Stadt hat die Anwohner angeschrieben: Sie plant einen Durchstich der etwa 146 Meter langen Memeler Straße, derzeit noch eine Sackgasse, zur Königsberger Straße.

Dagegen protestieren jetzt die Anwohner. „Wir haben hier mehr als 50 Jahre ohne Behinderungen gewohnt. Es gibt aus unserer Sicht gar keine rationalen Gründe für diese vollkommen überflüssige Maßnahme“, sagen Inge und Manfried Heinrich. So sehen das auch die anderen Anwohner der Memeler–, Feld- und Königsberger Straße. Sie haben Unterschriften gesammelt.

In dem Schreiben, das die Verwaltung an die Einwohner verschickt hat, werden Gründe für das Bauvorhaben, das bereits Ende der 1950er Jahre vorgesehen gewesen sei, genannt: So seien die für den Durchstich erforderlichen Grundstücke an die Stadt nunmehr übertragen worden. Doch das sehen die Anwohner anders: Die Anbindung des am Ende der Memeler Straße neu geplanten Baugrundstückes könne durch eine einfache Zufahrt erfolgen, sagen sie.

Auch das Argument der Verwaltung, dass die Müllfahrzeuge derzeit keine Wendemöglichkeit haben, wollen die Pinneberger nicht stehen lassen. „Eine Anwohnerin hat mit den Müllmännern geredet. Ihnen ist egal, ob sie wieder rückwärts aus der Memeler Straße fahren müssen“, sagt Inge Heinrich.

Durch dieses Gestrüpp soll der neue Straßenabschnitt verlaufen. (Foto: Erdbrügger)
Durch dieses Gestrüpp soll der neue Straßenabschnitt verlaufen. (Foto: Erdbrügger)
 

Besonders das Argument der Stadt, dass mit der Anbindung an die Königsberger Straße Umwege von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern reduziert würden, hält Anwohner Franz Meyer für einen Widerspruch, denn weiter unter im Schreiben heißt es: „Eine wahrnehmbare Steigerung des Durchgangsverkehrs sei nicht zu erwarten, da sich durch die Memeler Straße keine erkennbaren Abkürzungs- oder Schleichwege ergeben. Genau das befürchten die Anwohner durch den Durchgangsverkehr: eine zusätzliche Gefährdung einhergehend mit einer Verschlechterung der Wohnqualität. Nicht zuletzt, so die Bürger, seien die Ausgaben von 28.000 Euro für die Maßnahme bei der Schuldenlage der Stadt nicht zu verantworten.
Die Anwohner sind sich alle einig: „Es ist gegen den Willen aller. Die Verwaltung soll für den Bürger sein.“

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erstellt am 19.Mär.2015 | 17:30 Uhr

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