Lernprojekt : Durch die Drehtür in die Antarktis

Fördern und fordern die 650 Schüler am Quichborner Elsensee-Gymnasium: Oberstudienrätin Astrid Wasmann und Schulleiter Michael Bülck.
Fördern und fordern die 650 Schüler am Quichborner Elsensee-Gymnasium: Oberstudienrätin Astrid Wasmann und Schulleiter Michael Bülck.

„Wir freuen uns, dass unsere ganz normale tägliche Arbeit gewürdigt wird“, sagt Schulleiter Michael Bülck.

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09. Juni 2015, 16:00 Uhr

Quickborn | Fördern und Fordern: So sieht das Konzept des Quickborner Elsensee-Gymnasiums aus. Dafür wurde es vom Unternehmen Metaplan als eine von fünf Schulen mit dem Innovationspreis für Lehreinrichtungen 2014 ausgezeichnet. „Wir freuen uns, dass unsere ganz normale tägliche Arbeit gewürdigt wird“, sagt Schulleiter Michael Bülck.

Die Schule mache Angebote für die 650 Schüler im gesamten Begabungs- und Leistungsspektrum, „um der Heterogenität der Gesellschaft gerecht zu werden“, wie Bülck es beschreibt. Neben besonderen Angeboten im Enrichment-Programm, in das besonders begabte Schüler eingetragen sind, macht das Gymnasium auch mit dem Drehtür-Modell von sich reden. Das bedeutet: Während der regulären Schulzeit können Schüler mit Begabungen den Unterricht verlassen und in einem Lernatelier individuell oder aber auch klassenübergreifend an Sonderprojekten arbeiten. Oberstudienrätin Astrid Wasmann nennt als Beispiel das Projekt „Penguin-Science“, an dem Sechstklässler auf Englisch gearbeitet haben. Dafür beobachteten sie im Online-Stream Pinguine, sprachen mit Wissenschaftlern und einer Lehrerin aus der Antarktis. Sie führten ein Forschertagebuch und präsentierten das Projekt im Anschluss.

„Es ist ein Projekt gegen Langeweile im Unterricht, um Begabte kognitiv auszulasten“, sagt Wasmann. Der Schule gehe es nicht nur um die zwei Prozent der Hochbegabten mit einem Intelligenzquotienten von über 130. Auch die besonders Begabten 15 Prozent der Schüler sollen nicht zu kurz kommen. Im Fremdsprachentandem Französisch und Latein parallel lernen und Klassen flexibel überspringen: Am Elsensee-Gymnasium wird das ermöglicht.

Und die Schule möchte neben verpflichtenden Angeboten ebenso für Schüler mit Asperger-Syndrom da sein oder auch im „Coaching mit Underachievern“ punkten, also die Schüler erreichen, „die es nicht packen, obwohl sie das Potenzial haben“, wie Wasmann sagt. „Es bedeutet viel Einsatz der Lehrkräfte, um das zu bewerkstelligen.“ Doch viele ziehen hier an einem Strang. In die Konzeptionsarbeit der Lehrer würden auch Schülerpaten miteinbezogen. Wasmanns nächstes Projekt: Das Lernatelier zur Lernwerkstatt umfunktionieren, in der Schüler auch Defizite aufholen können.

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