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Pinneberg : Drosteiplatz umbenennen? Sie wollen die Dingstätte behalten

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger Historiker Wolfgang J. Domeyer und Johannes Seifert haben kein Verständnis für diesen Vorstoß.

Pinneberg | Dingplatz? Drosteiplatz? Die Diskussion über einen neuen Namen für die zentrale Fläche im Pinneberger Stadtgebiet treibt Blüten. Bei Wolfgang J. Domeyer und Johannes Seifert von der Geschichtswerkstatt der Pinneberger Volkshochschule (VHS) sorgt das für Kopfschütteln.

Sie fordern jetzt, auf eine Benennung des Areals vor der barocken Landdrostei zu verzichten. Domeyer: „Das war und ist die Dingstätte.“ Alles andere gehe an der historischen Wahrheit komplett vorbei. Angeregt hat die Namensgebung der Vorstand der Stiftung Landdrostei. Anlass ist das 250-jährige Drostei-Jubiläum, das 2017 gefeiert wird. Am Dienstag, 18. November, berät die Politik im Ausschuss für Stadtentwicklung über die Namensgebung. Die Stiftung schlägt die Bezeichnung Drosteiplatz vor. Pinnebergs Stadtverwaltung hatte eine Alternative vorgelegt. Demnach könnten die Wochenmarkthändler in der Kreisstadt bald auf dem Dingplatz stehen.

„Es ist ja bekannt, dass in Pinneberg alte Gebäude abgerissen werden, aber jetzt auch noch alles umzubenennen, das verstehe ich wirklich nicht“, sagt Domeyer. Man müsse sich auch künftig an historischen Gegebenheiten orientieren. Die hat Seifert parat: „Die Dingstätte ist älter als die Drostei“, sagt der Historiker, der an mehreren Büchern über die Stadtgeschichte mitgearbeitet hat. Zudem ordnet er die Bedeutung der Drostei ein, weist darauf hin, dass der barocke Bau nie ein Dienstgebäude gewesen sei. „Das war lediglich ein Privathaus des Drosten.“ Die Dingstätte hingegen sei eine Art Keimzelle Pinnebergs gewesen. Als Beleg dient nicht zuletzt der erste Stadtplan von 1736.

Bauamtschef Klaus Stieghorst empfiehlt der Politik, die Bezeichnung Drosteiplatz zu wählen. Somit werde der Bedeutung der Drostei Rechnung getragen, die „sichtbares Markenzeichen der Stadt“ sei, und „überörtlich große Anerkennung“ genieße, so der Stadtplaner. Für Domeyer steht fest: „Der Volksmund sollte nicht entscheidend für eine Umbenennung sein.“ Er und Seifert appellieren an die Politik, dem Ansinnen eine Absage zu erteilen – und Stadtgeschichte zu wahren.

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erstellt am 17.Nov.2014 | 10:00 Uhr

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