zur Navigation springen

DRK in Halstenbek : DRK-Vorstand sucht Erben - die Führungsriege tritt komplett zurück

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Auf der Hauptversammlung im Mai soll die Zukunft gesichert werden. Es werden Nachfolger gesucht.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Was sie vor Jahrzehnten zusammenbrachte, war das Bedürfnis, anderen zu helfen. Aber jetzt brauchen sie selbst Helfer, sechs an der Zahl, Leute, die bereit sind, ihnen die Last der Verantwortung abzunehmen. Der gesamte Vorstand des DRK-Ortsvereins möchte bei der nächsten Hauptversammlung im Mai seine Aufgaben in jüngere Hände übergeben.

Lange genug haben sie durchgehalten. Karin Hohenstein gehört seit 22 Jahren zur Führungsriege, seit sieben Jahren als Erste Vorsitzende. Ihre Stellvertreterin Angelika Blanck ist noch länger dabei. Sie kam in den 1970er Jahren über das Blutspenden zum DRK, Beisitzerin Elke Köhler wollte sich als Schwesternhelferin nützlich machen. Also begann sie 1979 eine DRK-Ausbildung. „Und dann bin ich so reingerutscht“, erinnert sie sich. Mal kochte sie in der damaligen Sozialstation Kaffee, mal spendete sie Blut, und so kam Aufgabe zu Aufgabe. So ähnlich erlebten es auch die jetzige Schriftführerin Christa Basche, Schatzmeisterin Christa Hadler und Ursula Hoegen, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert.

Gewählt wird die Vereinsleitung für jeweils vier Jahre, „und beim letzten Mal haben wir schon angekündigt, dass dies unsere letzte Amtszeit sein soll“, erinnert Hohenstein gewissenhaft. Überrascht dürfte deshalb keines der fast 600 Mitglieder sein. Aber auf wiederholte Nachfragen, wer sich als Kandidat wohl einbringen möchte, habe sich bisher niemand gemeldet. Steht der Ortsverein also vor dem Aus?

An so eine Gefahr will der Vorstand nicht glauben. Ihre Begegnungsstätte in der Schulstraße sei für Halstenbek viel zu unentbehrlich, als dass man sie aufs Spiel setzen dürfe, stimmen sie beschwörend überein. 16 Gruppen seien auf die Einrichtung angewiesen. Im Saal vergnügen sich gerade Senioren beim Spiele-Nachmittag, während der Vorstand die übrigen Aktivitäten aufzählt. Feste gehören dazu. Ausfahrten werden organisiert. Der Chor der Ideenwerkstatt trifft sich zu Proben. „Hier ist immer was los. Wir sind an fast jedem Tag ausgebucht“, beenden die Vorstandsdamen ihre Zusammenfassung.

Aber warum sollten andere den Job übernehmen wollen? Was außer Arbeit und Verantwortung hätten sie denen zu vererben? „Wir wären nicht so lange dabei, wenn es uns keinen Spaß machen würde“, halten die Sechs dagegen. Und: „Nirgends sonst trifft man so viele nette Leute.“ Sie haben hier Freundschaften geschlossen und eine verlässliche Gemeinschaft gefunden. Und dann taucht plötzlich noch ein ganz anderer Gewinn auf: Sie haben hier lokale Wurzeln geschlagen. Denn, so ergibt sich im Gespräch, die Vorstandsmitglieder sind keine Einheimischen, aber über den Verein und vor allem mit Hilfe der Senioren, die ihre Erinnerungen mit so viel Freude weitergeben, empfinden sie sich jetzt wie eingebettet in die Halstenbeker Geschichte. Diese schöne Erfahrung möchten sie ab Mai einer neuen Generation, vielleicht sogar ganz frisch Zugereisten, ermöglichen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen