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Quickborn und Ellerau : DRK-Kleiderkammern suchen Helfer und Herrengrößen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ehrenamtler der DRK-Kleiderkammern in Quickborn und Ellerau arbeiten auf Hochtouren. Einmal wöchentlich Ausgabe.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Quickborn/Ellerau | Barbara Dill sitzt in auf einem Stuhl im DRK-Haus in der Moortwiete 70a in Ellerau, um sie herum Berge von beschrifteten Plastiksäcken. „Wir sortieren die Kleiderspenden nach Geschlecht, Größe und Art der Kleidung“, erklärt die DRK-Vorsitzende.

Viele Menschen hätten in den vergangenen Wochen Kleider gespendet, und die ehrenamtlichen Helfer sind am Limit. Mit vier Personen haben sie rund 45 Stunden allein innerhalb der vergangenen 14 Tage benötigt, nur um Spenden zu sortieren. „Was gut ist, kommt in die Kleiderkammer“, so Helga Evers, Leiterin der Kleiderkammer. Der Rest werde gesichtet, vieles geht nach Segeberg in eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Zur Zeit ist die Kammer jeden zweiten Mittwoch im Monat von 16 Uhr bis 17.30 Uhr für Bedürftige geöffnet, in der Zeit werden auch Kleiderspenden entgegengenommen. „Bei den Spenden sind wir aber flexibel“, so Dill. Wer etwas abzugeben habe, könne sich einfach telefonisch melden – dann werde ein Termin ausgemacht. Den beiden DRK-Helferinnen ist es lieber, wenn gute Kleidung persönlich abgegeben werde. „Aus den Containern kommen die Sachen zu dieser Jahreszeit nicht mehr schön raus“, so Dill. Vieles komme durcheinander, Schuhpaare würden auseinandergerissen und auch der Kleidung sehe man den Containeraufenthalt deutlich an. Zwar nehme das DRK-Haus auch Lumpen. „Die werden dann allerdings weiterverkauft, denn so finanzieren wir unsere Arbeit hier“, so Dill.

In dem kleinen Haus in der Moortwiete gebe es allerdings räumliche Grenzen. „Möbel können wir nicht einlagern“, so die DRK-Vorsitzende, „aber wir können bei der Vermittlung helfen, wenn gerade etwas benötigt wird“. Eine fünfköpfige Flüchtlingsfamilie werde gerade betreut, Ellerau soll insgesamt rund 40 Flüchtlinge aufnehmen.

Ein etwas größeres Personenaufkommen hat die Kleiderkammer beim Quickborner DRK in der Feldstraße 14. Sonja Heggblum und ihre ehrenamtlichen Helferinnen sortieren hier ebenfalls auf Hochtouren – die Kleiderkammer selbst ist aktuell jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr geöffnet. „Bei Neuankömmlingen, die erst einmal komplett ausgestattet werden, geht das noch ein wenig schneller“, so Heggblum. Seit neuestem geben sie jedem, der die Kleiderkammer besucht, einen Zettel mit – erst in vier bis sechs Wochen darf er wiederkommen. „Wir wollen sichergehen, dass die Kleider nur für den eigenen Bedarf gebraucht werden“, so Heggblum. Man habe so seine Erfahrungen gemacht, und es solle weiterhin gerecht zugehen. Auch das Team in der Feldstraße kommt an seine Grenzen. „Wer Kleider spenden will, sollte lieber bis Januar warten“, so Heggblum. Zur Zeit würden viele Sachen in Garagen zwischengelagert werden, und das sei bei der kalten Witterung nicht gut für die Textilien. „Aber trotzdem brauchen wir einige Sachen dringend“, erklärt sie.

Kleine Herrengrößen und schmale Jeans würden händeringend benötigt. „Das nehmen wir jederzeit“, so Heggblum. Etwa 30 bis 50 Personen sind jeden Mittwoch da, um sich Kleider abzuholen. „Trotzdem läuft es recht ruhig ab“, berichtet sie. Seit kurzem müsse aber jeder eine Nummer ziehen, ähnlich beim Quickborner Tisch werde dann ausgelost, wer wann drankomme – damit sich niemand benachteiligt fühle. Möbel und Haushaltsgeräte nimmt das DRK nicht – bei Möbelspenden seien die Spender bei der Stadt besser beraten. „Das Haus Roseneck nimmt Haushaltsgeräte“, so Heggblum. Das DRK dagegen nur Textilien und Kuscheltiere. Dringend gesucht werden allerdings Helfer. „Gerade Männer, die englisch sprechen und bei den Kleiderausgaben für Ordnung sorgen können“, seien laut Heggblum gern gesehen. Wer sich das nicht vorstellen könne, aber trotzdem helfen möchte, könne sich auch gern für den Fahrdienst melden. Das habe zwar nichts mit der Kleiderkammer zu tun. „Aber Menschen, die anpacken, brauchen wir immer“.

Sowohl in Ellerau als auch in Quickborn werden ehrenamtliche Helfer gesucht. Kontaktadressen und Infos zur Arbeit des DRK und Öffnungszeiten der Kleiderkammern gibt es im Internet unter www.drk-quickborn.de und www.drk-ellerau.de.

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