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Pinneberger Tageblatt

24. August 2017 | 11:28 Uhr

Pinneberg : DRK-Heim wird zum Fass ohne Boden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Entscheidung ist vertagt. Die Kosten für das Gebäude steigen auf 3,1 Millionen Euro.

Pinneberg | Es herrschte Unverständnis, doch man reagierte mit galligem Humor: „Das ist ein Schnäppchen“, sagte Andreas Meyer (CDU). „Aber erst wenn man die Abrisskosten dazurechnet“, ergänzte Uwe Lange (Die Bürgernahen). Die Posse um den geplanten Kauf des DRK-Heims am Rehmen, das die Stadt als Flüchtlingsunterkunft für 150 Asylbewerber nutzen will, geht in die nächste Runde.

Im Finanzausschuss am Donnerstag hat der Kommunale Service-Betrieb der Stadt die neusten Zahlen vorgelegt. Die haben es in sich: Danach betragen die Kosten für die technische Gebäudeaufrüstung und den Umbau etwa 1,9 Millionen Euro. Für die 150 potenziellen Flüchtlinge müsste das Heim mit Küchen, Waschmaschinen und Trockner ausgestattet werden. Die Aufwendungen dafür belaufen sich auf 183.498 Euro. Rechnet man den Kaufpreis von etwa 1,2 Millionen Euro hinzu, den das DRK für die Immobilie verlangt, müsste die Stadt etwa 3,1 Millionen Euro hinlegen für ein Gebäude, das bereits von Torsten Hauwetter (CDU) als „Schrottimmobilie“ bezeichnet wurde. Denn in fünf Jahren müsste das Heim sowieso wegen seines desolaten Zustands abgerissen werden. Für diesen Abriss werden 416.000 Euro veranschlagt. Bis dahin würden bei Nutzung des gesamten Gebäudes jährlich 144.800 Euro anfallen. Dass auch Brandschutzkosten in Höhe von 413.712 Euro anfallen, verwunderte Angela Traboldt (SPD). „Das DRK hat immer gesagt, das Gebäude könnte sofort genutzt werden“, erinnerte sie. „Ich fühle mich verschaukelt“, zumal zunächst von Sanierungskosten in Höhe von 450.000 Euro ausgegangen worden sei.

„Uns haben diese Zahlen auch umgehauen“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg. Auch für Joachim Dreher (Die Grünen und Unabhängigen) seien die Zahlen nicht nachvollziehbar. Er möchte eine detaillierte Aufstellung der Kosten. Olaf Klampe (FDP) schlug vor, das Heim abzureißen und dort Container aufzustellen.

Eine Entscheidung über den Kauf des Heims ist nun auf Dezember vertagt worden. Womöglich gibt es eine finale Abstimmung in der Ratsversammlung am 10. Dezember. Vorbereitend wird der Finanzausschuss am 3. Dezember tagen. „Wir werden dort entsprechende Vorlagen und Zahlen für die politische Beschlussfassung vorlegen“, sagte gestern Marc Trampe, Sprecher der Stadt.

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erstellt am 20.Nov.2015 | 17:54 Uhr

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