Kreis Pinneberg : DRK-Aktionen vor dem Aus

Seit 151 Jahren hilft das DRK Menschen in Not.
Foto:
1 von 2
Seit 151 Jahren hilft das DRK Menschen in Not.

Das Rote Kreuz beklagt einen „dramatischen“ Mitgliederschwund. Zudem fehlt der Nachwuchs, der sich engagiert.

shz.de von
17. August 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die Mitgliederzahlen im Kreisverband Pinneberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) laut dessen Geschäftsführer Reinhold Kinle um 45 Prozent zurückgegangen. Als „dramatisch“ bezeichnet Kinle die Situation vor allem in den größeren Ortsverbänden wie Pinneberg, Schenefeld und Elmshorn. Mit einer Werbeaktion geht der Kreisverband nun dagegen vor.

Als einer der 33 Ortsvereine hat sich die 99 Mitglieder zählende DRK-Gruppe aus Appen angeschlossen. Ihr Schwerpunkt ist die Seniorenarbeit, bei der sich das DRK und die Gemeinde gegenseitig unterstützen.

Außerdem betreut der Ortsverein unter anderem sechs Blutspendetermine pro Jahr, die Veranstaltung der Moorreger Karnevalisten „Karneval für Jung und Alt“, die Aktion Ferienspaß in der Gemeinde sowie einmal jährlich krebskranke Kinder aus der Ukraine.

„Wir bieten noch alles an, aber bestimmte Tätigkeiten sind nicht mehr ohne Hilfe zu verrichten, weil die aktiven Mitglieder zum großen Teil über 70 Jahre alt sind“, berichtet der Ortsvereinsvorsitzende Walter Lorenzen.

Ließe sich der „Nachwuchs“ überzeugen, wäre dies kein Problem. Jedoch: „Die Mitgliederzahl geht langsam, aber stetig zurück, weil wir kaum jüngere Mitglieder für die Rot-Kreuz-Mitgliedschaft beziehungsweise Arbeit gewinnen können“, erläutert Lorenzen.

Im Appener Ortsverein waren sich die Mitglieder deshalb schnell einig, dass sie sich der vom Pinneberger DRK-Kreisverband initiierten Werbeaktion anschließen. Noch bis Ende des Monats wird laut Lorenzen in Appen die Werbetrommel für das DRK gerührt, indem Mitarbeiter direkt von Haus zu Haus ziehen, um Menschen für das DRK zu gewinnen, ob als ehrenamtlich tätige oder finanziell fördernde Mitglieder. Zuvor standen Barmstedt und Tangstedt im Fokus, auf Appen folgt Hasloh. Lorenzen stellt hohe Erwartungen an die Aktion: „Ich erhoffe mir einen Zuwachs um 40 Mitglieder.“ Kreisgeschäftsführer Kinle betont: „Die Sache muss Erfolg haben“.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen