Suche nach Verletzten in der Schule : Drei Wehren üben gemeinsam den Ernstfall in Hasloh

Mithilfe der Quickborner Drehleiter konnte ein Mädchen durch das Giebelfenster gerettet werden.
Mithilfe der Quickborner Drehleiter konnte ein Mädchen durch das Giebelfenster gerettet werden.

„Feuer groß, Menschenleben in Gefahr“, lautete das Stichwort, das nicht nur die ebenfalls informierten Kameraden aus Quickborn erreichte, sondern auch die Tangstedter Wehr.

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24. Juli 2015, 15:45 Uhr

Hasloh | Kaum war der Alarm kurz nach 20 Uhr losgegangen, saßen die Kameraden der Hasloher Feuerwehr auch schon in ihren Fahrzeugen. Kein Wunder: Zum einen war es ein Dienstabend und zum zweiten wussten die Aktiven, dass eine Übung stattfinden sollte. Zwar nicht, wie ursprünglich geplant worden war, rund um das Altenheim an der Kieler Straße, doch eine Ausweichmöglichkeit war mit der Peter-Lunding-Grundschule schnell gefunden.

„Feuer groß, Menschenleben in Gefahr“, lautete das Stichwort, das nicht nur die – ebenfalls informierten – Kameraden aus Quickborn erreichte, sondern auch die Tangstedter Wehr. Die allerdings wusste bis auf Wehrführer Rolf Struckmayer von nichts.

„Für uns ist es eine sogenannte Alarmierungs-Übung“, erklärte Struckmayer. Dabei richte sich das Augenmerk auch darauf, wie viele Kameraden im Ernstfall wie schnell an der Feuerwache und am Einsatzort sein könnten.

Das Szenario, das Haslohs Wehrführer und sein Stellvertreter, Thomas Krohn und Lars Breckwoldt, ausgearbeitet hatten, rief insbesondere die Atemschutzgeräteträger (AGT) auf den Plan: Dichter Qualm im Gebäude machte ein Betreten ohne entsprechende Ausrüstung mit Atemluft unmöglich.

Am Fenster des Giebels schrie ein Mädchen nach Hilfe, zwei weitere standen am Fester des Seitenflügels. „Insgesamt sind acht Personen und Puppen im Gebäude versteckt“, erklärte Breckwoldt. Aufgabe war es, die Verletzten so schnell wie möglich zu finden und aus dem Gebäude zu evakuieren.

Während die Quickborner Drehleiter zur Rettung der Personen aus dem Giebel benutzt wurde, reichten Steckleiterteile aus, um an den Raum im Seitenflügel zu gelangen. Derweil wurden zügig Schläuche ausgelegt und an die Wasserversorgung angeschlossen, wenig später hieß es „Wasser marsch“.

Jeweils in Zweiergruppen durchsuchten die mit Atemschutz ausgestatteten Kameraden die Schule. „Länger als 20 Minuten dürfen sie nicht im Gebäude bleiben, dann muss das Personal getauscht werden“, erläuterte Krohn. Überwacht werde dies von einem speziell dafür ausgebildeten Feuerwehrmann, der genau festhalte, wer wann das Haus betreten habe.

So kamen auch die 25 Kameraden – darunter acht unter Atemschutz – aus Tangstedt noch zum Zug. Nach einer knappen Dreiviertelstunde konnte Einsatzleiter Breckwoldt dann Entwarnung geben: Alle Vermissten waren gefunden worden. Schweißnass, erschöpft, aber auch erleichtert, schälten sich die Brandschützer aus den schweren Anzügen. „Es ist immer wieder sinnvoll, gemeinsam Einsätze zu trainieren“, waren sich am Ende alle Beteiligten einig.

Freiwillige Feuerwehr Hasloh, Kieler Straße 38,  Wehrführer: Thomas Krohn. Alle 14 Tage dienstags ist Dienstabend der aktiven Kameraden. www.feuerwehr-hasloh.de
Freiwillige Feuerwehr Tangstedt, Brummerackerweg 6, Wehrführer: Rolf Struckmayer. Dienstabend ist am ersten und dritten Montag des Monats. www.ff-tangstedt.de
Freiwillige Feuerwehr Quickborn, Marktstraße 9, Wehrführer: Wido Schön. Alle 14 Tage mittwochs ist Dienstabend. www.feuerwehr-quickborn.de
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