Drei Tote nach Feuer in Schenefelder Pflegeheim

Die Senioren wurden zunächst im Innenhof betreut.
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Die Senioren wurden zunächst im Innenhof betreut.

Großeinsatz in Seniorenresidenz am Achderndiek / 163 Kräfte helfen vor Ort / Etliche Bewohner verletzt

shz.de von
02. Juni 2014, 16:00 Uhr

Für sie kam jede Hilfe zu spät. Bei einem verheerenden Feuer in der Seniorenresidenz Rüpcke in Schenefeld (Achterndiek) sind gestern Nachmittag drei Bewohner ums Leben gekommen. Das bestätigte die Einsatzleitung. Insgesamt wurden 13 Hausbewohner und ein Feuerwehrmann verletzt. Sie erlitten Rauchvergiftungen. Das Seniorenheim, in dem 98 Personen leben, wurde fast komplett evakuiert.

Das Feuer war gegen 16.20 Uhr im zweiten Obergeschoss ausgebrochen. Flammen schlugen aus dem Dach. Dichter Rauch quoll aus mehreren Balkontüren und Fenstern. Rettungskräfte aus Schenefeld, Halstenbek, Pinneberg und Hamburg versuchten das Feuer zu löschen, drangen mit Atemschutzmasken in das Gebäude ein. Die Flammen breiteten sich aber über das Dach auf andere Wohnungen aus.

Vor Ort spielten sich dramatische Szenen ab. Immer wieder liefen Angehörige auf das Gelände der Seniorenresidenz. Mit Stricken wurden laut Beobachtungen von Zeugen unterdessen Reanimationsgeräte in den zweiten Stock geschafft. Die Ärzte kämpften auf einem Balkon und auf dem Hinterhof um das Leben zweier Senioren. Ein Helikopter der Luftrettung landete auf einer großen Wiese hinter dem Wohnheim.

Vier Bewohner wurden über die Drehleiter gerettet. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Betreuung der Senioren, die zunächst im Innenhof untergebracht wurden. Einige wussten gar nicht genau, was passiert war. Psychologen wurden angefordert. Auch Einsatzkräfte mussten betreut werden.

Erst um 17.30 Uhr war der Brand gelöscht. Das obere Stockwerk des Gebäudes ist laut einem Sprecher der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein unbewohnbar. Die übrigen Gebäudeteile wurden im Laufe des Abends von Experten inspiziert. Ob die Wohnungen dort wieder freigegeben werden können, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Bis zu 163 Retter von Feuerwehren, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und Polizei sowie etliche Notärzte waren am Einsatzort. Die Ursache des Brandes war bis gestern Abend noch nicht ermittelt. Seite 10

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