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Feuer in Schenefeld : Drei Tote in Seniorenheim – Polizei schließt Brandstiftung vorerst aus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Freitagnachmittag brannte eine Dachgeschosswohnung in einem Seniorenwohnheim in Schenefeld (Kreis Pinnenberg). Laut Polizeiangaben „ist ein technischer Defekt als Brandursache sehr wahrscheinlich“.

Schenefeld | Nach dem verheerenden Brand in der Seniorenresidenz Rüpcke in Schenefeld (Kreis Pinneberg) mit drei Toten ist die Ursache für das Feuer laut Polizeisprecherin Sandra Rüder vermutlich „ein technischer Defekt“. Sie teilte am Sonntagmittag mit: „Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen derzeit nicht vor.“ Zur genauen Identität der Opfer gab es am Sonntagmittag noch keine Details. „Wir haben den Fall nach Abschluss der Löscharbeiten an die zuständige Kriminalpolizei übergeben“, sagte ein Sprecher der Schenefelder Wache. Die Kripo werde, so Rüder, in den kommenden Tagen weiter ermitteln.

Bei dem Unglück waren am Freitagnachmittag drei Hausbewohner ums Leben gekommen. Mehrere Bewohner sowie ein Feuerwehrmann erlitten nach Feuerwehrangaben eine Rauchvergiftung. Die Unglücksstelle soll am Montag genauer untersucht werden.

Gegen 16.30 Uhr stand plötzlich eine Dachgeschosswohnung im Vollbrand. Zunächst gab es zwei Todesopfer. Ein weiteres Brandopfer, das vom Rettungsdienst reanimiert, versorgt und anschließend in das Krankenhaus eingeliefert wurde, erlag schließlich seinen Verletzungen. Alle Rettungskräfte, die im Kreis Pinneberg verfügbar sind, befanden sich vor Ort im Einsatz. Darunter war auch das Technische Hilfswerk (THW). Insgesamt waren 163 Kräfte im Einsatz.

Insgesamt gab es 14 betroffene Bewohner, die von der Feuerwehr sowohl über die Drehleiter gerettet, als auch mit Fluchthauben aus dem Gebäude gebracht wurden. Dabei wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Helfer errichteten nahe der Unglücksstelle ein Versorgungszelt. Die geretteten Einwohner des Seniorenheims wurden von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betreut.

Das Feuer war vermutlich im zweiten Obergeschoss des Gebäudes ausgebrochen. Seitens der Kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn wurden die Freiwilligen Feuerwehren Schenefeld und Halstenbek sowie später auf Anforderung auch die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg alarmiert. Dazu kamen zahlreiche Einsatzswagen der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die Schnell-Einsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes sowie ein Großraum-Rettungswagen der Berufsfeuerwehr Hamburg hinzu. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Statt eines Fensters und einer Balkontür zeugte am Abend ein rußiges Loch in der Hauswand von der Gewalt der Flammen.

In dem Heim leben nach Angaben der Feuerwehr 98 Menschen. Sie wurden während des Einsatzes in einem nicht von dem Feuer betroffenen Flügel des Gebäudes untergebracht. 17 Bewohner konnten nicht in ihre Apartments zurückkehren, sie kamen bei Verwandten unter. Das Seniorenheim wollte am Samstag auf Anfrage „keinerlei Auskunft“ zu dem Unglück geben.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte anlässlich des Unglücks, dass in Pflegeheimen automatische Feuerlöschanlagen gesetzlich vorgeschrieben sein sollten. In Lagerhallen etwa seien diese gang und gäbe. Das Konzept allein auf Brandmeldeanlegen zu setzen, funktioniere nicht, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

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erstellt am 30.Mai.2014 | 18:02 Uhr

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