Drei Bürgermeister für Holger Fuß

Zu seinem Abschied aus dem Dienst erwiesen die ehemaligen Bürgermeister Wilfried Hans (links), Hans-Albert Höft, (2. von rechts) und der amtierende Bürgermeister Rolf Schwarz (rechts) Holger Fuß (2. von links) die Ehre. Sein Nachfolger wird Torben Conrad (Mitte).
Zu seinem Abschied aus dem Dienst erwiesen die ehemaligen Bürgermeister Wilfried Hans (links), Hans-Albert Höft, (2. von rechts) und der amtierende Bürgermeister Rolf Schwarz (rechts) Holger Fuß (2. von links) die Ehre. Sein Nachfolger wird Torben Conrad (Mitte).

Prisdorfs Bauhofleiter wird nach 38 Jahren in den Ruhestand verabschiedet / Drei Gemeindeoberhäupter arbeiteten mit ihm zusammen

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02. August 2018, 16:12 Uhr

Es wurde noch einmal richtig anstrengend am letzten Arbeitstag von Prisdorfs Bauhofleiter Holger Fuß: Vorgestern, am wärmsten Tag des Jahres, ist er mit Kasseler, Sauerkraut und Sekt in den Ruhestand verabschiedet worden. Unter anderem waren alle drei Bürgermeister, mit denen Fuß in seiner 38-jährigen Dienstzeit zusammengearbeitet hatte, zugegen und drückten ihre Wertschätzung aus. Fuß hat durch seine Arbeit und sein Fachwissen die Gemeinde Prisdorf nachhaltig mitgeprägt.

Trotz der großen Hitze hatten sich die Prisdorfer zu dem feierlichen Anlass in das Gemeindezentrum am Hudenbarg begeben, um ihrem langjährigen Bauhofleiter ihre Anerkennung auszudrücken. Wie verwurzelt er in Prisdorf ist, wurde bereits in der Ansprache des amtierenden Bürgermeisters Rolf Schwarz (BBP) deutlich: Der hätte sich bei der gemeinsamen Einschulung vor 57 Jahren noch nicht träumen lassen, dass sich beide jetzt zu diesem Anlass zusammenfinden würden. Schwarz enthüllte: „Ich wollte auch so gerne so eine grüne Pudelmütze haben, wie Du sie hattest. Das weiß ich noch heute.“ Aber auch jenseits des Scherzes lobte Schwarz den Einsatz des Bauhofleiters: „Du bist eine der Personen, die das Gemeindeleben mitgeprägt und das Wohl der Gemeinde befördert haben.“

Auch Ehrenbürgermeister Hans-Albert Höft ließ es sich nicht nehmen, Fuß für die Treue gegenüber der Gemeinde zu danken. Um den Verdienst der Familie Fuß und der seiner Frau zu verdeutlichen, gab er den Gästen einen Überblick über die Ortsgeschichte und die Geschichte des Bauhofes, die beinahe eine Familiengeschichte ist: Schon 1970 waren die Eltern des heutigen Ehepaares Fuß-Nordahl bereits im Gemeindedienst tätig – teils in der Politik, teils mit Tatkraft. „Bauhof – das war damals noch ein Fremdwort“, erinnerte Höft. Es habe einen Arbeiter gegeben, zwei Schubkarren, einen Besen, eine Harke. Mit diesen Utensilien seien die zumeist unbefestigten Straßen geflickt worden. Das Gemeindegut sei damals im Spritzenhaus eingelagert worden. Maschinen habe es gar nicht gegeben. Am ersten April 1980 habe Fuß dann seine Stelle angetreten. „Es ist toll, mit wie viel Arbeitskraft Sie sich Ihren Aufgaben gestellt und sie geschafft haben“, richtete Höft das Wort an den künftigen Rentner. „Mit Ihnen hat der Bauhof erst Struktur angenommen.“ Mit einem Zitat Fuß’ sorgte Höft für einen Lacher. Der habe nämlich damals gesagt: „Wo kein Unkraut im Rinnstein ist, da fängt Prisdorf an.“ Höft sprach Fuß’ Nachfolger Torben Conrad am Ende seiner Ansprache direkt an mit den Worten: „Ich hoffe, dass die Fußstapfen nicht zu groß sind, in die sie nun treten müssen.“ Conrad antwortete klug: „Ich habe ja nun Zeit bis zu meiner Verabschiedung, in diese Fußstapfen hineinzuwachsen.“

Auch Wilfried Hans, der zwischen Schwarz und Höft 14 Jahre lang als Bürgermeister mit Fuß zusammengearbeitet hatte, meldete sich zu Wort. Er könne sich in seiner ganzen Amtszeit an keinen einzigen Streit mit Fuß erinnern. „Zusammenraufen mussten wir uns überhaupt nicht“, sagte Hans. „Es war immer sowas von beruhigend für mich, dass du da warst. Ich konnte mich voll und ganz auf dich verlassen.“ Hans, der im vergangenen Jahr selbst in den Ruhestand verabschiedet worden war, gab Fuß noch beruhigende Worte mit auf den Weg: „Man kann das aushalten, das Rentnerdasein.“

Fuß, der mit seiner Frau an der mit Blumen und Gemeindewappen dekorierten Tafel Platz genommen hatte und wie alle anwesenden reichlich schwitzte, reagierte auf die Lobhudelei der Bürgermeister: „Also das läuft runter wie Öl – man sieht das ja auch“, wobei er auf sein Hemd deutete. Er stellte aber auch klar: „Man ist immer nur so gut wie seine Mannschaft.“ Ganz wird Fuß die Hände nun aber nicht in den Schoß legen. Beim Amt Pinnau wird er ab heute einmal wöchentlich seinen Dienst als Wegewart antreten.

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