Drachen, Kellerkinder und Blitzer

Spiele im Team, bei denen nicht nur Schnelligkeit gefragt war, begeisterten die jungen Teilnehmer der Ferienfreizeit.
Spiele im Team, bei denen nicht nur Schnelligkeit gefragt war, begeisterten die jungen Teilnehmer der Ferienfreizeit.

Ellerbeker Ferienfreizeit auch in diesem Jahr gut angenommen / Höhepunkt und Abschluss ist das Zelt-Wochenende

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16. Juli 2018, 16:00 Uhr

„So, jetzt brauch’ ich noch eines der Kellerkinder“, ruft Petra Horstmann, Vorsitzende des Ellerbeker Turn- und Spielevereins (TSV), und schon stellt sich ein Mädchen an die Startlinie. Die Aufgabe: eine bestimmte Strecke mit dem Fahrrad bewältigen – und zwar so langsam, wie möglich. Doch dazu darf maximal die Breite von zwei Spuren auf der Laufbahn verwendet werden, und wer mit den Füßen den Boden berührt, bekommt Zeit abgezogen.

Die Aufgabe ist Teil eines Spiele-Parcours, den die Kinder in Teams während des Zeltlager-Wochenendes am Rugenbergener Mühlenweg absolvieren. „Natürlich brauchte jedes Team einen Namen, den sie selbst wählen durften“, berichtet Horstmann. Und so liefen am Freitagnachmittag Drachen, Löwen und Wölfe durcheinander – und eben Kellerkinder und Blitzer. „Die haben beim langsamen Radfahren übrigens ihrem Namen alle Ehre gemacht und waren ziemlich schnell unterwegs“, sagt Horstmann und lacht.


Turm aus Bechern und Müsliriegeln

„Wir haben uns diesmal für die Spiele im Team einige verrückte Sachen ausgedacht“, berichtet Carsten Peckmann, der gemeinsam mit Horstmann den Abschluss des Ellerbeker Ferienprogramms betreut. „In der ersten Woche der Sommerferien bieten wir als Sportverein gemeinsam mit der Gemeinde Aktivitäten an, damit die Eltern auf eine verlässliche Betreuung bauen können. „Das soll für die Eltern planbar und klar sein“, so der Anspruch Peckmanns. Auch diesmal seien die Angebote sehr gut angenommen worden. „Es waren zwischen 20 und 45 Mädchen und Jungen dabei. Hier beim Zeltlager sind es 30 Kinder“, sagt Peckmann.

Und die sollten die Anzahl von Lollies und Lakritzstangen in einem Glas schätzen, sich im Kettcarfahren messen und einen Turm aus verschiedenen Materialien bauen. „Das war schon interessant zu sehen, denn wir hatten so ungewöhnliche Dinge wie Verkehrshütchen, Müsliriegel und Pappbecher ausgewählt“, sagt Peckmann.

Auch beim Weitspringen ging es diesmal nicht um den sportlichen Aspekt: „Jeder sollte springen und anschließend schätzen, wie weit er gehüpft war – je kleiner die Differenz, desto besser fürs Team“, beschreibt Peckmann.


Keine Gewinne, Spaß im Vordergrund

Für ihn sei wichtig, dass nicht immer nur diejenigen die Nase vorn hätten, die die besten sportlichen Leistungen erbringen. „Es gibt auch keine Gewinne im Anschluss, das soll einfach nur Spaß machen und den Teamgeist stärken“, sagt Peckmann

Abermals seien einige Kinder mit dabei, die aus Familien von Geflüchteten stammen. „Manche sind schon zum dritten Mal dabei, das klappt ganz prima“, sagt Horstmann. Gelegentlich kämen die Eltern zu Besuch und würden sich darüber freuen, wieviel Spaß ihr Nachwuchs habe. „Die Verständigung ist überhaupt kein Problem mehr, die Kinder sind voll integriert“, betont die Vereinsvorsitzende.

Während am ersten Abend der Grill angeworfen wurde, gab es vor der zweiten Übernachtung eine große Disco-Party. Und zum Abschluss wird dann gemeinsam gefrühstückt.

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