Kommunalwahl : Dr. Ulrike Graefen auf Platz eins der Pinneberger Grünen

An die Eimer: Ann-Kathrin Tranziska und Hans-Jürgen Bethe geben ihre Stimmen ab.
An die Eimer: Ann-Kathrin Tranziska und Hans-Jürgen Bethe geben ihre Stimmen ab.

Der Ortsverein stellte auf der Mitgliederversammlung seine Wahlliste vor. Dabei gab es einen Streit um die parteiinterne Frauenquote.

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06. Februar 2018, 16:30 Uhr

Pinneberg | Überraschung: Die Grünen & Unabhängigen gehen mit Dr. Ulrike Graefen, ehemalige Vorsitzende der Pinneberger Schulallianz, an der Spitze in den Wahlkampf. Sie wird sich auch weiterhin um Themen wie die Schulbausanierung kümmern. Die Aufstellung der Listen war ein Ringen: Die Teilnehmer saßen lange zusammen.

Ann-Kathrin Tranziska, die gerade neugewählte Landesvorsitzende und Kreisgeschäftsführerin der Partei, begrüßte die knapp 30 Anwesenden. Die Aufgabe der Versammlungsleiterin wurde Nadine Mai vom Ortsverband Wedel übertragen. Mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl wusste sie, zwischen den Belangen der Kandidaten und den parteilichen Vorgaben zu vermitteln. Am Ende konnten die Wahllisten der Grünen und Unabhängigen, wenn auch mit einigen eventuell noch zu klärenden Punkten, verabschiedet werden. Mai erklärte zunächst allen Anwesenden, dass das Wahlgesetz für die Aufstellung von Kandidatenlisten ein vorgegebenes Prozedere erforderlich mache und zusätzlich durch die Statuten der Partei weitere Vorgaben zu beachten seien. So wurde jede Kandidatenwahl geheim durchgeführt und anschließend ausgezählt.

Die, die sich als Unabhängige den Grünen angeschlossen hatten, konnten sich zwar auf die Liste der Partei wählen lassen, hatten aber kein Stimmrecht. So ergaben sich alle Ergebnisse der Auszählung aus den Stimmen der 14 anwesenden Parteimitglieder. Zunächst wurden die Kandidaten für den Listenwahlvorschlag gewählt. Fraktionschef Joachim Dreher präsentierte einen bereits ausgearbeiteten Vorschlag, der ein Ergebnis gründlicher Abwägung innerhalb der Fraktion sei und dessen Erstellung mehrere Monate in Anspruch genommen habe.

Knackpunkt dieser Liste – und damit Grund für eine heftige Diskussion – war, dass sie nicht den Parteirichtlinien, die eine 50 prozentige Frauenquote vorsehen, entsprach. Mai musste demnach die Liste formell ablehnen und betonte, dass ein ungerader Platz nur dann mit einem Mann besetzt werden kann, wenn zuvor eine gesonderte Frauenversammlung ihn wegen definitiv fehlender Kandidatin frei gibt.

Die anwesenden Kandidaten erläuterten, wofür sie im Fall einer Wahl stehen. Schwerpunkte sind dabei Schule und Kita sowie der Ausbau der Fahrradwege. Mehrere Kandidaten betonten, dass die Arbeit der Stadtverwaltung mehr Kontrolle durch die Politik erfahren sollte. Der Fraktionsvorsitzende Dreher gab das Ziel der Kommunalwahl 2018 vor: „Jetzt haben wir sieben Vertreter in der Ratsversammlung. Unser Ziel ist zehn plus X.“

Bei der Abstimmung spitzte sich die Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Frauenregelung der Partei zu, besonders die Unabhängigen sahen sich dadurch benachteiligt. Auf die Wahl der Listenvorschläge folgte die der Direktkandidaten für die 18 Wahlkreise der Stadt. Es war weit nach elf Uhr, als die Versammlung die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen bestätigen konnte.

Die Listenplätze des Pinneberger Ortsvereins der Grünen: 1. Dr. Ulrike Graefen , 2. Joachim Dreher , 3. Ulrike Bues, 4. Manfred Stache, 5. Anne-Kathrin Klatt, 6. Dieter Schott, 7. Peter Thomsen, 8. Tafin Ahsbahs, 9. Daniela Hartmann, 10. Markus Schichter, 11. Dr. Ann-Kathrin Tranziska, 12. Christoph Forsthoff, 13. Hildegard Bedarff, 14. Kai Thon, 15. Leoni Beers


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