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Kreis Pinneberg : Dorthin zurück, wo alles begann

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit Dezember ist Adelia Schuldt neue Schulrätin im Kreis Pinneberg. Ihre berufliche Laufbahn begann die 62-Jährige in Appen.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2016 | 17:54 Uhr

Kreis Pinneberg | Seit etwas mehr als einem Monat ist Adelia Schuldt als neue Schulrätin zurück in ihrer beruflichen Heimat, dem Kreis Pinneberg. Für ihre ersten Amtsmonate hat Schuldt sich viel vorgenommen: Bis Ostern möchte sie jede Schule, für die sie jetzt als Schulrätin zuständig ist, besucht haben. „Insgesamt gibt es im Kreis Pinneberg 75 Schulen, die unter Aufsicht des Schulamts stehen“, sagt Schuldt. Die Hälfte davon betreue sie, für die andere Hälfte sei ihr Amtskollege Dirk Janssen zuständig.

Die ersten Schulbesuche hat Schuldt bereits hinter sich. Vier bis fünf sollen es wöchentlich sein. „Mir ist es wichtig, relativ nah an den Schulen zu sein. Denn Schulen sind ein bisschen wie Menschen, jede hat ihre Eigenheiten“, sagt sie über ihre Motivation, in kurzer Zeit überall vor Ort gewesen zu sein. Doch in den ersten Wochen habe noch das Kennenlernen ihres neuen Arbeitsplatzes im Mittelpunkt gestanden, berichtet Schuldt. „Zwischen uns wird es unproblematisch sein, dass haben wir schon gemerkt“, sagt sie über ihre Zusammenarbeit mit Kollege Janssen. In den kommenden Wochen wollten die beiden gemeinsam mit der Personalplanung für ihre Schulen beginnen.

Bei ihrer Tätigkeit hilft es Schuldt, dass sie nicht zum ersten Mal im Kreis Pinneberg arbeitet. „Ich habe nach meinem Studium des Volks- und Realschullehramts mehr als 20 Jahre lang an der Grund- und Hauptschule in Appen gearbeitet“, berichtet sie. Innerhalb dieser Zeit habe die Lehrerin mit den Fächern Soziologie, Germanistik und Technisches Werken dort fast alle Klassenstufen und Fächer unterrichtet. „Danach wurde ich Schulleiterin an der Grundschule Nord in Halstenbek“, erzählt Schuldt. Zwischen 1999 und 2009 habe sie die Schule geleitet. Inzwischen gibt es diese nicht mehr. „Die gemeinsame Umstrukturierung mit der Grundschule Süd zur Schule an der Bek habe ich damals noch mit vorbereitet“, erinnert sich Schuldt an ihre Zeit als Schulleiterin.

Von Halstenbek aus wurde Schuldt 2009 in den Kreis Segeberg befördert – zur dortigen Schulrätin. „Ich habe neben dem Beruf noch Schulmanagement studiert, weil ich eine intellektuelle Herausforderung gesucht habe“, sagt Schuldt. Da habe das Angebot Schulrätin zu werden, gut gepasst. Auch wenn sie dafür den Kreis Pinneberg verlassen musste. Denn das sei ihr schwergefallen, eigentlich habe sie dort gern bleiben wollen.

Die Zeit im Kreis Segeberg habe Schuldt viel Spaß gemacht. „Als man mich fragte, ob ich die Nachfolge von Michael Doppke antreten möchte, habe ich zunächst gezögert, weil ich mich in Segeberg so wohlgefühlt habe“, berichtet Schuldt. Dann habe sie sich aber doch entschieden, zurück in den Kreis Pinneberg zu kommen.

Das Thema, mit dem sich Schuldt und Janssen derzeit am intensivsten befassen müssen, ist das gleiche wie im Kreis Segeberg: die Schaffung von Klassen für Deutsch als Zweitsprache (DaZ). „Wir haben derzeit etwa 700 Schüler im Kreis Pinneberg, die eine DaZ-Klasse besuchen“, berichtet Janssen. Und die Zahl der Kinder, die ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland käme, wachse immer weiter. „Wir können derzeit nur Krisenmanagement machen“, sagt Janssen. Und Schuldt urteilt: „Das, was die DaZ-Lehrer derzeit leisten, ist wirklich bewundernswert.“ Doch die Situation stelle eine Herausforderung dar. „Derzeit werden nicht nur die Lehrkräfte für DaZ knapp, sondern auch die Räume, die uns zur Verfügung stehen“, berichtet Janssen. Allerdings habe er in den vergangenen Monaten auch viele positive Erfahrungen gemacht: „Selbst Gymnasien, die nicht ans Schulamt gebunden sind, haben uns ihre Hilfe angeboten“, sagt er. Und auch Schuldt habe in Bezug auf dieses Thema eine große Offenheit erlebt, die sie so vorher noch nicht kannte.

In Bezug auf die DaZ-Klassen wird Schuldt in den kommenden Monaten sicherlich das machen können, was ihr als Schulrätin am besten gefällt. „Ich organisiere gern, habe aber auch sehr gern einen intensiven Austausch mit Menschen“, sagt sie. Als Schulrätin gehöre es auch zu ihrer Aufgabe, die Schulen organisatorisch zu beraten. „Wenn ich mit anderen Menschen zusammen an einer Lösung arbeiten kann, dann macht mir das wirklich Freude.“

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