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Schenefeld : Doch Tempo 30 für die Hauptstraße?

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Verkehrsplaner Uwe Wilma sieht Chancen auf Genehmigung der Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn die Straße umgebaut wird.

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Tempo 30 auf der Hauptstraße: Angesichts von bis zu 10.000 Fahrzeugen am Tag, steht die zuständige Straßenverkehrsbehörde des Kreises Pinneberg dem Vorstoß der Stadt Schenefeld ablehnend gegenüber. Doch Uwe Wilma vom beauftragten Hamburger Verkehrsbüro Argus machte den Politikern im Stadtentwicklungsausschuss durchaus Hoffnung, dass ein Umbau der Straße und einhergehend auch eine Temporeduzierung möglich sind.

Wilmas Vorschlag: Die Hauptstraße zwischen der Kreuzung Blankeneser Chaussee und Autal-Kreisel in drei Abschnitte einzuteilen. Im vorderen Bereich – zwischen Kreuzung und dem Ärztezentrum hinter der Einmündung Wurmkamp – könnte Schenefelds erster Shared-Space-Abschnitt entstehen. Die Verkehrsteilnehmer teilen sich die Straße, wären in einem solchen Bereich absolut gleichberechtigt. Laut Wilma wäre Tempo 20 und 30 denkbar. „Die eine Ampel müsste dann wahrscheinlich aber wegfallen“, betonte der Verkehrsexperte. Wilma hält eine Genehmigung durch die Verkehrsbehörde für möglich. Denn in diesem Bereich der Hauptstraße könnte ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ausgewiesen werden. Auch die Schulwegsicherung für die Jungen und Mädchen, die die Grundschule Altgemeinde besuchen, sei ein wichtiges Argument. Ebenso wie die schlechte Straßeneinsicht vom Ärztezentrum aus.

Für die beiden anderen Abschnitte schlägt Wilma Schutzstreifen für Radfahrer auf der Hauptstraße vor – auch bei einer Beibehaltung von Tempo 50. Der Gehweg soll für Radfahrer freigegeben werden. Diese hätten dann die Wahl, ob sie auf der Straße oder auf dem Gehweg fahren. Eine Lösung muss her. Denn wie berichtet, hat die Verkehrsbehörde des Kreises die Radwegebenutzungspflicht für Radwege an sechs Straßen in Schenefeld aufgehoben, darunter auch an der Hauptstraße.

Schutzstreifen dürfen von Autofahrern überfahren werden – im Gegensatz zu Radfahrstreifen. Doch letztere lassen sich laut Wilma an der Hauptstraße nicht umsetzen. Dafür würde eine Straßenbreite von 15 bis 17 Metern benötigt. Die Hauptstraße ist aber nur maximal 14 Meter breit.

Das Verkehrsplanungsbüro Argus wurde 1983 in Hamburg gegründet. Im Mittelpunkt stand eine Forschungsarbeit zur flächendeckenden Verkehrsberuhigung in Hamburger Wohngebieten. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen mehr als 70 Mitarbeiter, die sich mit Verkehrs- und Mobilitätskonzepten auseinandersetzen. 2015 wurde das Unternehmen von der Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (BSVI) für das „Mobilitätskonzept IKEA Hamburg“ mit dem „Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr“ ausgezeichnet.

Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen sah das vorgestellte Konzept der Abschnittsbildung auf der Hauptstraße eher kritisch und wies auf das aus seiner Sicht viel entscheidendere Problem hin: „Wir müssen den Verkehr im Dorf reduzieren. Und das geht über die Umleitung über den Osterbrooksweg und die LSE.“

Die Hauptstraße in Schenefeld ist nur ein Problempunkt. Die Stadt möchte das Thema Verkehr ganzheitlich für das Stadtgebiet angehen. Ein Verkehrsgutachten, das auch den Durchgangs- und Schwerlastverkehr ermittelt sowie Aufschluss über den Radverkehr gibt, soll aktuelle Zahlen liefern. Voraussichtliche Kosten der Expertise: 80.000 bis 100.000  Euro.

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