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Harles und Jentzsch aus Uetersen : Dioxin-Skandal: Bleibt Fettpanscherei ohne juristische Folgen?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Drei Jahre nach dem sogenannten Dioxin-Skandal um den Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch lehnt das Itzehoer Landgericht ein Hauptverfahren ab. Dagegen legt die Staatsanwaltschaft nun Beschwerde ein.

Uetersen | Drei Jahre nach dem sogenannten Dioxin-Skandal um den Uetersener Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch steht fest: Die Fettpanscherei wird zunächst kein juristisches Nachspiel haben. Das Landgericht Itzehoe teilte am Mittwoch mit, dass die 8. Große Strafkammer die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt habe. Allerdings: Die Staatsanwaltschaft legte gegen den Beschluss der Richter Beschwerde ein.

Ende 2010 wurde bekannt, dass Harles und Jentzsch mindestens 3000 Tonnen dioxinbelasteten Futterfetts aus angeliefertem, mit dem Umweltgift belasteten Fett hergestellt und bundesweit vertrieben haben soll. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelte gegen zwei Manager des Unternehmens. Den Beschuldigten konnten sie jedoch keinen Vorsatz nachweisen. Zudem hatten diese die überhöhten Dioxin-Werte selbst gemeldet. Dennoch wurden sie wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch angeklagt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Harles und Jentzsch soll altes Frittierfett den Futterfetten beigemischt und diese dann als Pflanzenfett an Mastbetriebe verkauft haben.

Entgegen der Staatsanwaltschaft waren die Richter nicht der Auffassung, dass die gemixten Fette nicht an Nutztiere hätten verfüttert werden dürfen. Denn die Altspeisefette selbst seien rein pflanzlich, auch wenn in diesen Fleisch frittiert worden sei „und somit Spuren von Stoffen tierischer Herkunft“ enthalten sein können. „Zu Gunsten der beiden Angeschuldigten muss davon ausgegangen werden, dass die verwendeten Fette nur zum Frittieren von Pommes Frites verwendet wurden“, heißt es in der Begründung der Richter.

Dennoch könnte der Dioxin-Skandal ein juristisches Nachspiel haben. Nachdem die Staatsanwaltschaft Itzehoe Beschwerde eingelegt hat, muss nun das Oberlandesgericht entscheiden.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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