Dilemma um die Waschmaschine

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt wollen künftig ihre Einsatzkleidung in der eigenen Wache im Brummerackerweg reinigen.
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt wollen künftig ihre Einsatzkleidung in der eigenen Wache im Brummerackerweg reinigen.

Politik kritisiert Haushaltsplanung der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt / Kameraden wollen ihre Einsatzkleidung künftig selbst waschen

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06. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Die Haushaltsplanung 2019 der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt hat während der Sitzung des Finanzausschusses am Donnerstagabend für Zündstoff gesorgt. Insbesondere die Beschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für die Wehr hat die Mitglieder des Ausschusses verärgert.

Zum Hintergrund: Bis jetzt wurde die Einsatzkleidung der Kameraden in Rellingen gereinigt. Dies ist laut Wehrführer Rolf Struckmeyer in Zukunft nicht mehr möglich. Die Kleidung soll stattdessen vor Ort gewaschen werden. Dafür seien sowohl eine Waschmaschine als auch ein Trockner für die Imprägnierung der Einsatzkleidung und Atemschutzgeräte notwendig. Im vergangenen Jahr wurde für die Kameraden ein Betrag in Höhe von 15 000 Euro in den Haushalt 2018 eingestellt. Davon bestellte die Wehr in der vergangenen Woche eine Waschmaschine. „Mit dem Geld kommen wir so nicht hin“, fasste es Struckmeyer zusammen. Etwa 10 000 Euro seien bereits für die Waschmaschine fällig gewesen, ein Trockner koste etwa 7500 Euro zusätzlich. Das wären 2500 Euro mehr als geplant.

Der Grund für die Anschaffung der Geräte ist laut Struckmeyer die Wirtschaftlichkeit. „Es bringt nichts, wenn wir quer durch den Kreis fahren müssen, um unsere Kleidung reinigen zu lassen. Die Fahrtkosten würden künftig entfallen“, sagte der Wehrführer. Auch sein Stellvertreter Florian Jarzebski betonte den Nutzen der Geräte. „Bei Übungen, Einsätzen und Lehrgängen ist das Schweißaufkommen enorm hoch. Nach jeder Nutzung muss die Kleidung gereinigt werden“, erklärte er.

Werner Zorn (CDU) stellte eigene Nachforschungen an. „Ich habe in den Nachbarwehren nachgefragt, wie sie ihre Kleidung reinigen. Entweder lassen sie sie von einem externen Dienstleiter waschen oder sie geben sie zu einer anderen Wehr zum Waschen“, erläuterte Zorn. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass sie am liebsten alle Eventualitäten prüfen und vergleichen wollen. Da die Maschine jedoch bereits auf dem Weg in die Gemeinde ist, sei dies nicht mehr möglich.

Von Seiten der Politik hagelte es insbesondere aufgrund eines irreführenden Haushaltsplans Kritik. „Ja, wir haben damals für die Anschaffung einer Waschmaschine gestimmt. Da wussten wir aber nicht, dass auch ein externer Dienstleister die Reinigung übernehmen könnte“, sagte Andreas Kitta (FDP). Auch Bürgermeisterin Henriette Krohn (parteilos) störte das Vorgehen. „Wir diskutieren hier teils über wenige hundert Euro. In diesem Fall sind es mehrere tausend Euro, die wir zusätzlich einstellen müssen“, argumentierte sie.

Zorn beschrieb die Situation als ein „Dilemma“. „Ich wäre der Meinung, dass wir alles um ein Jahr verschieben. Ein Gerät ist jetzt aber schon gekauft“, so Zorn.

Die Kommunalpolitiker haben von den Kameraden nun genaue Zahlen für die Investition des Trockners eingefordert. „Außerdem muss geschaut werden, ob wir Gelder aus einem anderen Konto umlegen und so den Trockner finanzieren können“, sagte Ausschussvorsitzender Matthias Meier (SPD). Sollte dies nicht der Fall sein, müsse die Anschaffung auf 2019 verschoben werden.

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