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Anstoss - Die HSV-Kolumne : Diekmeier braucht Tritt in den Hintern

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit er Konkurrenz innerhalb des Vereins hat, überzeugt der Verteidiger auf dem Spielfeld.

Hamburg | Der Kauf von Gotoku Sakai hat sich für den HSV gelohnt. Das mag komisch klingen, da der Japaner fast immer auf der Bank sitzt und bisher kaum Akzente setzen konnte. Der Grund dafür ist allerdings äußerst erfreulich. Der in der Verteidigung auf beiden Positionen einsetzbare Sakai wird bisher schlicht und einfach nicht gebraucht. Seine Konkurrenten Dennis Diekmeier und Markus Ostrzolek haben in den vergangenen Wochen meistens überzeugt. Das war nach deren enttäuschenden Leistungen in der Vorsaison nicht unbedingt zu erwarten. Der durch die Verpflichtung von Sakai entfachte Konkurrenzkampf hat die beiden Platzhirsche offenbar angestachelt

Besonders Diekmeier, der anfangs nur auf der Bank saß, scheint endlich verstanden zu haben, dass er mehr tun muss. Früher spielte der Außenverteidiger nur emotionslos seinen Stiefel runter, weil er wusste, dass er sowieso auf dem Platz steht. Dienst nach Vorschrift kann er sich dank Sakai nicht mehr erlauben und wirkt seitdem teilweise wie ausgewechselt. Er zeigt Biss und überzeugt in der Defensive und der Offensive. So gibt es in der Bundesliga nicht viele bessere Rechtsverteidiger.

Zwar schöpft Diekmeier sein unbestritten großes Potential immer noch nicht vollständig aus. Er ist aber zumindest auf dem Weg vom Mitläufer zum Leistungsträger. Damit das so bleibt, darf sich Sakai auf keinen Fall verletzen. Ohne Konkurrenz könnte Diekmeier nämlich ganz schnell wieder in seine Lethargie zurückfallen.

Es gibt sensible Kicker, die auf Streicheleinheiten angewiesen sind und solche, die den so liebevoll beschworenen Tritt in den Hintern brauchen. Diekmeier gehört definitiv zur letzteren Kategorie.

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erstellt am 27.Sep.2015 | 07:00 Uhr

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