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Gelügelzuchtverein Pinneberg-Appen : „Die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Sonntagsgespräch: Heute mit Erwin Martens vom Geflügelzuchtverein Pinneberg-Appen.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2013 | 12:10 Uhr

Erwin Martens ist seit 36 Jahren Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Pinneberg-Appen und Umgebung (RGZV). Im Sonntagsgespräch berichtet er von seinem engen Verhältnis zu seinen Tauben und vom Neid unter Geflügelzüchtern.

Was macht den besonderen Reiz Ihres Hobbys aus?

Erwin Martens: Bei den Tieren kann ich mich entspannen. Das war schon vor meiner Zeit als Rentner so. Egal, wie stressig der Tag war: Ich bin jeden Abend zu meinen Tauben gefahren, habe mich zu ihnen gesetzt, sie beobachtet und in Ruhe eine Zigarette geraucht. Danach war ich ein ganz anderer Mensch.

Wie sind Sie zur Geflügelzucht gekommen?
Im Alter von zehn Jahren haben mein Bruder und ich 1956 auf dem Hof meines Großvaters einen Taubenschlag gebaut. Das erlaubte er uns, weil wir ihm immer geholfen haben. Bis 1963 habe ich dann Brieftauben gezüchtet. Danach hatte ich aber kurzzeitig andere Interessen. 1968 habe ich dann damit angefangen, Rassegeflügel zu züchten. Erst Hühner, später dann auch Tauben. Wie viele Tiere ich habe, weiß ich selbst nicht.

Für wen ist die Geflügelzucht empfehlenswert?
Grundsätzlich lässt sich das nicht sagen. Man muss ausprobieren, was zu einem passt. Ob jemand Tauben oder Hühner wirklich mag, lässt sich nur herausfinden, wenn man Kontakt zu den Tieren aufbaut. Und wenn Fragen auftauchen: Wer Hilfe braucht, kann sich gerne an uns wenden. Hühner und Tauben kann man bei uns ebenfalls bekommen.

Gibt es Ereignisse, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Ich habe mich immer gefreut, wenn ich bei Ausstellungen ausgezeichnet wurde. Dass die Ansprüche mit den Jahren immer größer wurden, ist ja klar. Jeder Sportler will nicht nur dabei sein, sondern auch gewinnen. Etwas ganz Besonderes war sicherlich die Zeit, als ich in den Siebzigern mit meinen Kingtauben in ganz Deutschland der führende Züchter war. Die Tiere wurden aber leider gestohlen. Später war ich dann mit Strassertauben erfolgreich. Die vergiftete aber jemand. Als ich die Tauben beerdigte, weinte ich und war ganz unten. Neider gehören leider auch bei den Geflügelzüchtern dazu.

Wie viele Mitglieder hat der RGZV?
Wir haben momentan 47 Mitglieder. Positiv ist, dass wir in den vergangenen Jahren einige jüngere Neuzugänge gewinnen konnten. Wir haben sogar eine Jugendgruppe. Das freut mich ganz besonders, weil ich Kinder sehr gerne mag und es schön finde, ihnen die Tiere näherzubringen.
Was hat sich in der Geflügelzucht in den vergangenen Jahren verändert?
Es fällt auf, dass die Zahl der Tauben zurückgeht. Hühner werden dagegen immer beliebter. Das hat vermutlich einen wirtschaftlichen Hintergrund. Ein Huhn legt Eier und kann geschlachtet werden. Das ist bei Tauben nicht möglich.

Was bedeuten Ihnen Ihre Tiere?
Ich hänge einfach an ihnen, an manchen ganz besonders. Toll ist, dass die Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht. Bei vielen Tauben merke ich richtig, wie sie sich freuen, wenn sie meine Stimme hören. Jeder, der übrigens Tiere hält, muss wissen, dass diese von ihm abhängig sind. Wir Menschen sind dafür verantwortlich, dass sie in der Natur nicht überleben können und müssen uns deshalb um sie kümmern.

www.rassegefluegel-lv-schleswig-holstein.de

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